Gestalterische Änderungen, den Zeitplan und die Kosten für den Ausbau der Bahnhofstraße hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung gebilligt. Die Planer Hartmut Holl und Thomas Wieden stellten das Konzept vor und begründeten die Steigerung der Kosten um mehr als 300 000 Euro auf drei Millionen Euro. Zudem kündigten sie drei Bauabschnitte an: Im April soll am Marktplatz begonnen werden, der erste Abschnitt endet an der Bürgerspitalkirche. Die zweite Strecke bis zur Einmündung der Dalbergstraße beginnt noch heuer, wird aber erst 2021 fertig. Der letzte Abschnitt bis zur Postamtskreuzung werde dann bis Ende 2021 dauern.

Komplett erneuert werden in der Bahnhofstraße die Wasserleitung und die Kanal-Hausanschlüsse. Die Gasleitung werde lediglich durch einige Hausanschlüsse ergänzt. Die vielen Leitungen im Untergrund machen laut Planer Holl auch das Pflanzen von Bäumen sehr schwierig: "Das ist das Dilemma, das wir in allen Städten haben: Leitungen sind nicht geordnet im Untergrund geführt."

Lichte Krone, trotzdem Schatten

In der Detailplanung seien mehrere Bäume verschoben worden: Vor dem Forstamt zum Beispiel werden die Bäume nicht auf der gegenüberliegenden Straßenseite, sondern direkt vors Gebäude gesetzt, vor dem Bürgerspital gebe es lediglich eine kleine Verschiebung. Auf Nachfrage berichteten die Planer, dass Gleditschien (auch Lederhülsenbäume genannt) zum Einsatz kommen, weil sie eine besonders lichte Krone haben und damit die Fenster der Häuser nicht so stark verdunkeln. Die Fahrbahn und den Gehweg beschatten sie trotzdem, versicherten die Planer. Stadtbaumeister Detlef Mohr verwies darauf, dass diese Baumart in Hammelburg bereits vor dem Amtsgericht steht.

Gässchen wird dazu genommen

Rund die Hälfte der Kostensteigerung führten die Planer auf eine größere zu überplanende Fläche zurück: Neben Randbereichen kam vor allem der ehemalige Kupsch-Parkplatz dazu. Auf Nachfrage von Reimar Glückler (CBB) stellten Verwaltung und Planer fest, dass ein Stadtratsbeschluss bei den bisherigen Planungen nicht berücksichtigt wurde: Der Stadtrat hatte bereits vor längerem festgelegt, dass das schmale Gässchen zwischen Bahnhofstraße und Langer Graben zur Kegelbahn mit ausgebaut werden soll. Die Maßnahme wird noch in die Ausschreibung aufgenommen.

Rund 90 000 Euro zusätzlich fallen laut Planer auch für das ausgesuchte Pflaster an, das pro Quadratmeter rund 22 Euro teurer als das im Entwurf von 2018 vorgesehen wird. Außerdem werde zur Verbesserung der Tragfähigkeit unter dem Pflaster keine Schotter-, sondern eine Betonschicht eingebaut. Mehrkosten: 40 000 Euro. Unterflur-Hydranten und einzelne Anschlüsse seien ebenfalls nachträglich dazu gekommen.

Drei Stellplätze fallen weg

Auf dem ehemaligen Kupsch-Parkplatz an der Wankelstraße wollten die Planer zunächst die zehn vorhandenen Stellplätze erhalten. Der Stadtrat regte jedoch an, dass lieber auf beiden Seiten jeweils auf einen Platz verzichtet wird und die einzelnen Stellplätze breiter werden. Insgesamt fallen laut Stadtbaumeister Mohr in der Bahnhofstraße nach aktueller Planung drei Stellplätze weg. An einigen Stellen seien zudem E-Lade-Stationen geplant, die Stellplätze würden dann für E-Autos reserviert.

Gestrichen wurde die Idee eines Lichtbandes an der Einmündung des Langen Grabens, stattdessen soll dort ein Corten-Stahl-Band bodengleich eingearbeitet werden. Die Anwohner werden am 27. Februar über Details der Planung informiert. Mohr kündigte zudem an, dass während der Bauzeit eigens eine Mail-Adresse für Fragen der Bürger eingerichtet wird.

Bürgerspital: Planer soll zu einer Sitzung eingeladen werden

Die Verwaltung informierte den Stadtrat, dass Ende Januar vier Planungsbüros und ein Fachplaner zur Abgabe von Angeboten aufgefordert wurden, wie das Bürgerspital fit gemacht werden kann für die Zukunft. Auf Nachfrage sagte Stadtbaumeister Detlef Mohr, dass mehrere Büros "prinzipiell ihr Interesse erklärt" hätten. Mehrere Stadträte forderten jedoch ein, dass - anders als zunächst im Sachstandsbericht angekündigt - nicht die Verwaltung den Auftrag vergibt, sondern der Planer in eine Sitzung des Stadtrates eingeladen wird.

Veränderungen im Kellereischloss

Im Kellereischloss gibt es in den kommenden Wochen mehrere räumliche Veränderungen: Bürgermeister Armin Warmuth kündigte an, dass im April die beiden ersten Büros der Außenstelle des Natur-Erlebniszentrums entstehen. Sie sollen die Räume der bisherigen Kultur-Abteilung übernehmen, die wiederum in andere Räume ausweichen.

Ehemaliger Rewe-Markt wird zu Werktstatt und Lager

Der Stadtrat stimmte dem Umbau und der Nutzungsänderung des ehemaligen Rewe-Marktes zu einer Werkstatt und einem Lager der Lebenshilfe Hammelburg zu. Für das Gebäude im Bereich "Ziegelhütte" hatte es bereits eine Bauvoranfrage gegeben, der der Stadtrat im Dezember zustimmte. An der Planung hätten sich lediglich Details geändert, sagte Stadtbaumeister Detlef Mohr. Er verwies auf erfolglose Versuche, dort wieder einen Lebensmittel-Einzelhandel anzusiedeln. Die bisherige Verkaufshalle wird in ein Lager (1100 Quadratmeter), einen Gruppenraum und eine Werkstatt (jeweils rund 300 Quadratmeter) unterteilt.

Stadt braucht rund 300 Wahlhelfer

Rund 300 Wahlhelfer benötigt die Stadt am Tag der Kommunalwahl, im Falle einer Stichwahl müssten am 29. März noch einmal 200 Wahlhelfer gesucht werden. Der Stadtrat legte ein so genanntes Erfrischungsgeld von 50 Euro für den Hauptwahltag pro Helfer fest.