Alle sind froh, dass es nun geschafft ist. "Die letzten zwei Wahlkampfwochen waren die anstrengendsten", sagt der Sieger des Wahlsonntags, Armin Warmuth. Denn die Entscheidung, wer der neue Bürgermeister von Hammelburg wird, war in die Verlängerung gegangen. Beide Lager mussten in der knappen Zeit zwischen dem 16. und dem 30. März noch einmal versuchen, die Wähler zur Abstimmung zu motivieren. "Ich war froh, als wir am Samstag den Schirm an unserem Infostand endgültig zuklappen konnten", meint der unterlegene Kandidat, Stefan Lang.

Er wolle das Ergebnis in den nächsten Tagen erst einmal sacken lassen, erklärt Warmuth. Und bis 30. April sei er ja noch bei seinem Arbeitgeber beschäftigt. Warmuth kündigt aber an, dass er viele Gespräche mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung für den Übergang der Amtsgeschäfte führen wolle. Auch werde er auf den derzeit noch amtierenden Bürgermeister, Ernst Stross (SPD), zugehen.

Das erste Thema, mit dem Warmuth sich als neuer Bürgermeister beschäftigen muss, ist der Wettbewerb für die Sanierung des Viehmarkts. Dafür gibt es einen Fahrplan mit festen Terminschritten, da der Stadtrat im Herbst die Auftragsvergabe beschließen soll.

Obereschenbacher für Warmuth

Der CSU-Kandidat entschied die Stichwahl mit fast 54 Prozent für sich. Vor allem die Briefwähler hatten Warmuth angekreuzt. Mit Ausnahme eines Stimmbezirks lag er in allen Breifwahl stimmbezirken vorne. Auch bei den Urnengängern in Pfaffenhausen, Feuerthal, Untererthal, Untereschenbach, Obereschenbach und Diebach war Warmuth mehrheitlich der Favorit.

In seinem Stadtteil Diebach erreichte er fast 78 Prozent. In Obereschenbach, wo im ersten Durchgang Dominik Sitter (Bürgerliste Obereschenbach) der Spitzenreiter gewesen war, kam Warmuth auf rund 65 Prozent. Und in Untereschenbach ging die Strategie auf, mit Albrecht Leurer als Nachrücker zu werben: Rund 59 Prozent der dortigen Urnenwähler machten ihr Kreuzchen beim CSU-Kandidaten.

Der Bewerber der Fünf-Parteien-Koalition aus CBB, SPD, Grüne/ BfU, Junge Liste und H.A.B. dominierte dagegen in Gauaschach, Westheim, Obererthal und Morlesau. Auch die Urnengänger in der Kernstadt stimmten mehrheitlich für den Nüdlinger Stefan Lang. Trotz seiner Niederlage ist dieser nicht völlig aus der Hammelburger Politik raus. Lang sitzt für den CBB im neuen Kreistag.

Dort wolle er sich nicht nur für Nüdlingen, sondern auch für Hammelburg einsetzen, verspricht Lang. Er werde auf beide Kommunen ein Augenmerk haben. Schließlich habe er Hammelburg und die Stadtteile in den vergangenen Monaten intensiv kennengelernt. Lang will sich daher auch künftig häufiger in der Stadt blicken lassen, wie er ankündigt - "aber nicht, um in sechs Jahren erneut zu kandidieren."