Mitglieder der Polizei, der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks und des Roten Kreuzes kamen ins Euerdorfer Feuerwehrhaus. Innen-Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) würdigte deren "unverzichtbaren Beitrag zum Schutz der Bürger". Eineinhalb Wochen vor der Kommunalwahl war der Empfang aber auch geprägt vom Wahlkampf.

Trotzdem betonte der CSU-Kreisvorsitzende Sandro Kirchner auf Nachfrage, dass der Empfang nicht wegen der bevorstehenden Wahl organisiert wurde: "Es geht darum, den Funktionsträgern Anerkennung und Rezept zu zollen", sagte der Landtagsabgeordnete. In anderen Kreisverbänden habe es solche Blaulicht-Empfänge bereits gegeben. Im Landkreis sollte es ein erster Versuch sein: "Abhängig vom Ergebnis kann ich mir durchaus eine Wiederholung vorstellen", versicherte Kirchner, dass die Idee auch nach der Kommunalwahl aktuell bleibe.

Neben den Reden gab es auch die Möglichkeit zu direkten Gesprächen mit dem Staatssekretär. Die Bad Kissinger CSU-Stadträtin Martina Greubel zum Beispiel übergab Eck einen Aufruf, sich für einen schnellen Bau der B 286 neu einzusetzen. Die Verkehrs- und Lärmbelastung von Reiterswiesen und Arnshausen müsse zügig reduziert werden, forderte Greubel.

Fehlende Absauganlagen

Ein Problem speziell für Blaulicht-Organisationen sprach Tobias Dittrich an: Der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Reiterswiesen forderte einen möglichst schnellen Einbau von Absauganlagen in Feuerwehrhäusern. "Bei uns hängen die Schutzanzüge direkt neben den Fahrzeugen, deshalb setzen sich die Rußpartikel auf die Kleidung", berichtete er.

In neueren Feuerwehrhäusern oder bei anderen Organisationen sei das bereits eingebaut. Auch Philipp Kiesel, Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks Bad Kissingen, sagte, dass die Absaugung im Neubau Bad Kissingen gleich mit vorgesehen war. Viele kleinere Wehren dagegen haben lediglich einen Filter-Aufsatz, der auf den Auspuff gesteckt wird, wenn das Fahrzeug in der Halle läuft. "Wir versuchen, das für 2021 in den Haushalt zu bekommen", kündigte Tobias Dittrich einen Antrag bei der Stadt an.

Das Problem: Während Absauganlagen bei Neubauten mitgefördert werden, gibt es für Umbauten im Bestand keine Zuschüsse. Eck betonte, dass es dabei auch bleiben werde. Die Nachrüstung der 5000 bis 10 000 Euro teuren Anlagen müssten die Kommunen selbst stemmen. Dafür würden sie vom Freistaat ja auch mehr Geld im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs bekommen. Die Feuerwehren und andere Organisationen müssten nun nach und nach ausgestattet werden.

In der Stadt Bad Kissingen haben laut Kreisbrandmeister Steffen Kiesel die Kernstadt und Garitz bereits Absaugvorrichtungen, sieben Feuerwehrgebäude würden noch fehlen. Er sprach sich aber dagegen aus, die Ausrüstung nur nach Einsatz-Zahlen zu planen: "Viele kleine Wehren haben einen regen Übungsbetrieb und gute Jugendarbeit", nannte er als Beispiel dafür, dass die Feuerwehrautos auch ohne Einsätze häufig laufen.