Die Geduld der Anwohner der "Breet" wurde lange auf die Probe gestellt. Doch nach 16 Monaten ist die Baustelle und damit Staub, Lärm und die Umleitung vorbei.

Die Straße Am Steinbruch und ihre Verlängerung, die Alte Kissinger Straße, haben nicht nur eine neue Fahrbahn und neue Gehwege bekommen. Die Beleuchtung ist neu, im Untergrund liegen ein neuer Kanal, eine Breitbandleitung der Telekom und Leerrohre für künftige Glasfaserdirektanschlüsse.

Außerdem ist die Siedlung an das Gasnetz der Stadtwerke Bad Kissingen angebunden. Dafür musste mit Hilfe einer Spülbohrung die Saale unterquert werden. Im kommenden Frühjahr werden noch die Grünflächen bepflanzt.

Die Arbeiten waren nicht einfach: Die "Breet", den Siedlungshang im Norden von Euerdorf, durchzieht massiver Fels. Doch noch aus einem anderen Grund war die Sanierung ein "harter Brocken", wie Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU) das Vorhaben bei einem offiziellen Übergabetermin bezeichnete. Mit rund 2,15 Millionen Euro zählt die Sanierung zu den größeren Investitionen der vergangenen Jahre, zumal die Gemeinde dabei auf keine Fördermittel zurückgreifen konnte.

Schäden am Kanal

Die Sanierung notwendig gemacht hatten die "extrem starken Kanalschäden", wie Matthias Kirchner am Rande der Veranstaltung erklärte. Der Bauplaner sprach von vielen Brüchen. Als Ursache für die Schäden machte er aus, dass der Kanal einst direkt auf dem Felsuntergrund verlegt wurde. Nun gebe es eine "saubere Trassierung". Außerdem ist der Kanal nicht mehr aus Beton oder Ton, sondern aus Kunststoff. Damit soll die Leitung nun flexibler sein.

Mehrere Anwohner des Neubaugebiets beschäftigt allerdings weniger die technische Seite als die finanzielle: die Höhe der Ausbaubeiträge. Da die Baustelle vor dem Stichtag 1. Januar 2018 angelaufen war, werden noch Beiträge fällig. Allerdings müssen laut Schießer die Anlieger nur drei Raten zahlen, die vierte, die Schlussrate fällt weg. Damit ändert sich wiederum für die Kommune die Finanzierungssituation. Der generelle Wegfall der Straßenausbaubeiträge hat aber noch weitere Konsequenzen.

Eigentlich sollen auch die von der Hauptachse abzweigenden Wege und Straßen Wildfuhr, Am Fußpfad und Halbäckerweg saniert werden. Die Bereiche wurden auch bereits zusammen mit der Straße Am Steinbruch und der Alten Kissinger Straße überplant. Doch der weitere Ausbau ist vorerst gestoppt, wie die Bürgermeisterin erklärte.

Er soll zunächst im Gemeinderat neu diskutiert werden. Denn mit dem Wegfall der Straßenausbaubeiträge ist der Kommune eine Säule in der Finanzierung weggebrochen. Sie müsste alle Kosten selber tragen. "Wir werden als Kommune allein gelassen", sagte Schießer. Sie verwies auf die Unsicherheit darüber, mit welcher Unterstützung die Kommunen als Ersatz für die Straßenausbaubeiträge rechnen können.