Für Fragen hatte der Kasten vor einigen Monaten bereits in Diebach gesorgt. Der Stadtteil war einer seiner ersten Einsatzorte. In dem Kasten steckt Technik zur Erfassung von Verkehrsdaten.

Die Gebietsverkehrswacht Hammelburg nutzt das Gerät seit Anfang des Jahres. Den Autofahrern bisher geläufig sind die Erfassungsgeräte mit Anzeigetafel. Doch die haben einen Nachteil, wie Karlheinz Franz auf Nachfrage erklärt: Beim Anblick des Displays bremsen Autofahrer ab. "Das neue Gerät misst die Verkehrsgeschwindigkeit realistischer", sagt der Vorsitzende.

Daher hat der Verein das neue Gerät angeschafft. Die bekannten Tafeln sind aber nach wie vor auch im Einsatz.

Die Gebietsverkehrswacht erfasst regelmäßig Daten zum Verkehrsgeschehen in den Straßen. "Wir machen das selbstständig und von uns aus. Wir werden von niemandem dazu angestiftet", stellt Franz wegen der Aufregung klar.

Die Messung steht auch nicht im Zusammenhang mit dem Verkehrsworkshop der Stadt, erklärt der Vorsitzende. Es sei eine routinemäßige Messung gewesen. "Wir haben dort Verkehrsdaten erhoben wie andernorts auch", sagt Franz.

Die Daten seien anonym, versichert er. Die Technik kann die Kategorien Pkw, Lkw und Lastzüge unterscheiden. Eine Messung findet immer eine Woche lang statt und bezieht beide Fahrtrichtungen ein.

In der Rote-Kreuz-Straße dauerte sie konkret von Dienstag vergangener Woche bis Dienstag dieser Woche. In dieser Zeit erfasste das Gerät laut Franz ein Gesamtaufkommen von rund 22 550 Fahrzeugen. Die Zahlen für die einzelnen Tage bewegen sich zwischen knapp 2000 Fahrzeugen am Sonntag und rund 3800 Fahrzeugen am Montag. Dabei sei der größere Anteil in Richtung Kissinger Straße unterwegs gewesen.

Pkw machen den überwiegenden Teil des Verkehrs in der Rote-Kreuz-Straße aus, wie die Daten zeigen. Eine Spitze bei den Lkw gab es ebenfalls am Montag mit 131 Stück.

Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt bei 31 Kilometern pro Stunde, bei erlaubtem Tempo 30. "Die meisten halten sich an die Geschwindigkeit", sagt Franz. Der Grund liegt auf der Hand: Durch die Verengungen in der Straße wird der Verkehr abgebremst und es kommt zu Stauungen. Der größte Ausreißer bei der Geschwindigkeit wurde mit 68 Kilometern pro Stunde verzeichnet.

Dass die Messung bei einzelnen für solch eine Aufregung gesorgt hat, liegt wohl daran, dass die Anwohner nervös auf die anstehende Diskussion über das künftige Verkehrskonzept warten. Die Stadt hat alle Daten bekommen. Sie weichen deutlich von der bisherigen Diskussionsgrundlage ab: Das Gutachten des Büros Link spricht von fast 6000 Fahrzeugen am Tag in der Rote-Kreuz-Straße.

Die Gebietsverkehrswacht hat schon den nächsten Messpunkt auf dem Plan: Wenn die Baustelle beendet ist, will sie den Verkehrsfluss in der neuen Friedhofstraße aufzeichnen.