Die ersten Kursteilnehmer durften die neuen Räume der Musikakademie im früheren Kloster Altstadt bereits nutzen. Über das Pfingstwochenende probten und spielten dort 135 Musiker des Deutschen Tubaforums - auch wenn sie sich teilweise noch auf einer Baustelle einfanden.

Eigentlich hätte bis zum Kursbeginn alles komplett fertig sein sollen. Doch da sich mit der Verlegung des Estrichs ein wichtiges Gewerk verzögert hatte, wird es nun insgesamt zeitlich eng. Überall stehen noch Restarbeiten an: Hier ist der Fußboden noch nicht fertig, da muss noch die Holzverkleidung montiert werden, dort fehlen noch die Sockelleisten. Überall sind Arbeiter damit beschäftigt, die ausstehenden Aufgaben zu erledigen.

"Ich treibe die Leute an", sagt mit einem Schmunzeln Bernadette Roßberg, Verwaltungsleiterin der Musikakademie. Sie hoffe, dass bis zum 24. Juni noch alles fertig wird. Denn das Datum ist als Einweihungstermin samt Ministerbesuch gesetzt.

Die Kursteilnehmer des Tubaforums waren schon in den neuen Zimmern untergebracht, die aus den früheren Mönchszellen entstanden sind. Einige waren aber auch in der früheren Lateinschule einquartiert. Und der Speisesaal wurde kurzerhand zum Proberaum umfunktioniert. Es musste improvisiert werden, erklärt Roßberg.

Der neue Speisesaal ist das Herzstück des Umbaukonzepts für das frühere Kloster. Die Überdachung des Innenhofs hat einen imposanten, hellen Raum geschaffen. Er bildet den neuen Mittelpunkt für die Musikakademie.

Architektonische Wirkung sollen ebenfalls besonders die neuen Proberäume entfalten, die sich direkt unter dem Dach befinden. Im Gegensatz zum Speisesaal sind sie aber noch nicht ganz fertig. Daher konnten die Tubaspieler sie noch nicht nutzen. Sie übten in anderen Zimmern, zum Beispiel im Tonstudio.

Die Proberäume, die Wolfram Krumme gesehen hat, bezeichnet er aber als durchdacht. "Man merkt, sie sind von Leuten geplant worden, die Ahnung haben", sagt der Vorsitzende des Deutschen Tubaforums nach den Kurstagen im neuen Trakt der Musikakademie.

Krumme kann sich bereits jetzt vorstellen, beim nächsten Mal gleich das Tonstudio für Jazz-Aufnahmen zu nutzen. Dafür fehlt im Augenblick die technische Ausrüstung. Das Tonstudio ist noch leer.

Die Instrumentalisten des Deutschen Tubaforums zählen zu den Stammgästen der Musikakademie. Die Mitglieder des Vereins sind über ganz Deutschland verteilt, einige sind sogar im Ausland zu finden. Mit Verweis auf die Musikakademie sagt Krumme: "Unser Herz schlägt hier." Seit 30 Jahren sei das Deutsche Tubaforum alle zwei Jahre in Hammelburg zu Gast.

So war der Pfingstkurs der Musiker nicht nur der erste Kurs in den neuen Räumen. Die Tubisten waren auch die letzten gewesen, die vor Beginn des großen Umbaus im Klostertrakt untergebracht waren. Eine so lange Beziehung hält es dann schon aus, wenn wider Erwarten doch noch nicht alles fertig ist und die Baustelle länger anhält als geplant. Er freue sich bereits jetzt auf das nächste Mal, wenn dann wirklich alles fertig ist, sagt Krumme.

Einweihung und Konzert mit Rieseninstrument Die Einweihung der neuen Räume der Musikakademie im Kloster Altstadt findet am Montag, 24. Juni, ab 16.30 Uhr statt. Zu dem Termin für geladene Gäste wird Bernd Sibler (CSU), Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, erwartet.

Am Abend gibt es dann für die Öffentlichkeit ab 19.30 Uhr ein Konzert im großen Saal. Es spielt das Symphonische Blasorchester Volkach. Als musikalische Besonderheit kommt die größte spielbare Tuba der Welt zum Einsatz.

Das Instrument ist mehr als zwei Meter hoch, der Schalltrichter hat einen Durchmesser von einem Meter. Die Tuba gehört dem Musikmuseum Markneukirchen in Sachsen. Nur Jörg Wachsmuth, Professor an der Dresdner Musikhochschule, darf auf ihr spielen.

Im kommenden Jahr kann die Musikakademie ihr 40-jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlass ist ein Tag der offenen Tür angedacht.