Das Weihnachtskonzert der Pfaffenhausener Musikkapelle war gleichzeitig auch ein Abschiedskonzert für Dirigentin Theresa Kiesel. Denn danach überreichte sie ihren Taktstock an ihren Nachfolger Christian Martin.

Es war kein leichter Abschied. Herzblut floss und Tränen kullerten. Die Chemie stimmte zwischen Musikkapelle und Kiesel, wie eine Sprecherin mit einem Geschenk in ihrer Hand bestätigte. In den vergangenen dreieinhalb Jahren sei man zusammengewachsen, sagte die scheidende Dirigentin. Wegen ihrer beruflichen Weiterbildung müsse sie jetzt auf das Dirigieren verzichten.

Anerkennende Dankesworte sprach der Vorsitzende Marco Genzler mit einem weiteren Geschenk aus. "Es sind genau 1280 Tage", hatte Genzler ausgerechnet. Unter Kiesels Regie habe sich die Kapelle qualitativ gesteigert. "Wir Musiker danken Dir, Theresa", sagte eine Sprecherin der Kapelle. Gemeinsam habe man im Bereich Musik gelernt, Emotionen zu wecken. "Ich danke Euch Musiker für die vergangenen dreieinhalb Jahre Geduld mit mir", so die scheidende Dirigentin. Schwierige Musikstücke und frische Ideen seien oft die Herausforderungen gewesen.

Dass Kiesel mit leidenschaftlichem Schwung dirigiert, stellte sie in diesem rund eineinhalbstündigen Weihnachtskonzert unter Beweis. Stehende Ovationen forderten noch einige Zugaben. Die Titel der Musikstücke deckten einen großen Bereich ab, der von "Con Amore" über "Emotionen" und "Bergwerk" bis zu Leonard Cohens "Hallelujah" reichte. Freilich war auch Kiesels Lieblingsstück "One Moment in Time" darunter sowie die winterliche Schlittenfahrt nach Petersburg und ein klassisches Weihnachtsmedley.

Unter der Leitung von Christian Martin erklang die Bläserklasse "Klangcocktail". Die Moderation teilte sich Kiesel mit Alfons Genzler, der zusätzlich mit einigen Geschichten zum Nachdenken anregte und in der Bemerkung gipfelte: "Liebe Theresa, diese Kapelle hat Dich lieb gewonnen!". Zuhörer und Mitwirkende trafen sich nach dem Konzert draußen unterhalb der Kirche bei wärmenden Getränken.