Einen herzlichen Abschied aus dem Arbeitsleben gab es für Herbert Halbig. Nach 42 Arbeitsjahren im Dienst für den Markt Oberthulba ging der Forstwirt jetzt in den Ruhestand. Mit einem Kissen, das ein Wappen des Marktes ziert, wollte Bürgermeister Gotthard Schlereth den Übergang aus dem aktiven Arbeitsleben für "das Urgewächs" Halbig in eine arbeitsfreie Zeit möglichst sanft gestalten. Doch leicht schien das nicht über die Bühne zu gehen, zumal Halbig offenbar ein recht beliebter Kollege bei den Mitarbeitern ist. Die hatten nicht nur ein liebevoll gestaltetes Abschiedsbild mit Fotos aus vergangenen Zeiten überreicht, sondern auch eine kunstvoll gefertigte Holzbank, die jetzt als Altersruhebank dienen kann.
Herbert Halbig ist 1950 in Oberthulba geboren. Er besuchte dort die Volksschule und absolvierte seine landwirtschaftliche Ausbildung ab 1964 in Hammelburg. Im elterlichen Betrieb war Halbig als Landwirt bis 1973 tätig. Danach war er zunächst als Gemeindearbeiter beim Markt Oberthulba beschäftigt und legte 1982 seine Prüfung als Forstwirt erfolgreich ab. Halbig wurde selbst zum Lehrmeister, so zum Beispiel 2009 für die Ausbildung von Christoph Schröder. Halbig ist mit seiner Frau Ulrike seit 1979 verheiratet und hat zwei Kinder.


Viele Stürme überstanden

Der scheidende Forstwirt Halbig habe viele Stürme überstanden, erinnerte Schlereth zum Beispiel an die Tiefs Wiebke, Lothar und Kyrill. "Was ihn auszeichnete, das war der gute Kontakt zwischen Forst und Verwaltung sowie der perfekte Teamgeist mit seinen Kollegen", bestätigte Schlereth. Also sei Halbig ein regelrechter "Vorzeige-Forstwirt". Und dann erzählte Bürgermeister Schlereth: "Dem damaligen Revierleiter Hubert Schenk ging daheim in Hassenbach das Licht aus, als ein Holzstamm bei der Fällung die 20-KV-Stromleitung traf." Seitdem gebe es die Erdverkabelung im Thülbingsgrund.
Inzwischen gab es längst den Generationenwechsel der Revierleiter im Oberthulbaer Forst. "Ich kam 2011 frisch von meiner Ausbildung hier her", sagte der heutige Revierleiter Tobias Wallrapp. "Halbigs offene Art schätze ich", so Wallrapp. "Er hat mir mit seiner großen Erfahrung sehr geholfen", bedankte sich Wallrapp für stets konstruktive Gespräche. Die kunstvoll geschnitzte Holzbank, welche die Kollegen zusammen mit dem Markt Oberthulba stifteten, überraschte Halbig völlig. Probeweise nahm er Platz. Und dann stieg er als Beifahrer für eine Ehrenrunde in seinen alten Unimog, der ihn lange Berufsjahre begleitete. Auch das ehemalige Dienstfahrzeug geht jetzt in Rente.
Halbig will der Natur treu bleiben: "Ich wandere gern durch die schöne Rhön und schätze die Heilkräuter."