In der Gemeinde formiert sich massiver Widerstand gegen die Windkraftanlage (WKA). Das ist neu. Denn bislang sind Gegner der geplanten Anlage - von den Kritikern in der Bürgerversammlung und einem Leserbrief einmal abgesehen - nicht in Erscheinung getreten.
Offensichtlich hat sich aber ein Netzwerk kritischer Bürgern zusammengefunden, das mit einer Plakatdemonstration vor der jüngsten Gemeinderatssitzung gegen das Vorhaben protestierte. Ihnen geht es vorrangig um die Dezimierung des Fuchsstädter Walds und der Naherholungsgebiete und den Erhalt seltener Tier und Pflanzenarten in der Nah-Region.
"Wir sind eingekreist von den Segnungen der Zivilisation und Technik. Die Satellitenanlage, die Bundesstraße, das Westheimer Gewerbegebiet und die Autobahn nehmen uns die Naherholungszonen und zerstören unsere Lebensqualität. Jetzt kommen noch vier Windräder hinzu", sagte Leander Zwerenz-Weiß, augenscheinlich mit Thomas Planer einer der Sprecher der WKA-Gegner.

Unterschriften übergeben

Zu den Protestbürgern zählte auch Stellvertretender Bürgermeister Manfred Öftring, der Bürgermeister Peter Hart (CSU) in der Sitzung eine Liste mit 219 Unterschriften wahlberechtigter Fuchsstädter übergab, die sich gegen das Vorhaben Windkraftanlage aussprechen. "Es liegt noch kein Vertrag vor, dessen Inhalt wir kennen. Wir wollen Fakten auf dem Tisch, keine Schätzungen", bemängelte Öftring, der auch ein eigenes Gutachten forderte, das die WKA-Standorte genau festlegt.
Weitere Forderungen des Vize-Bürgermeisters sind die Höhe der Rückbaukosten, die nicht in eventuelle Insolvenzkosten einfließen dürfen und die Frage nach der tatsächlichen Größe der Waldfläche, die der Anlage zum Opfer fällt. "Wer zahlt die Pacht, wenn es einmal keinen Betreiber mehr für die Anlage gibt und warum kaufen die Investoren die fraglichen Grundstücke nicht selbst?", fragte er weiter.
"Ein großer Teil der Bevölkerung Fuchsstadts fühlt sich nicht ausreichend informiert", so Öftring weiter, der einen Vertrag auf Hieb- und Stichfestigkeit juristisch prüfen lassen will. "Wir sollten jetzt keinen Schnellschuss abgeben, der nicht mehr rückgängig zu machen ist", mahnte er.
Bürgermeister Hart wies darauf hin, dass im Vertragsvorentwurf die meisten Forderungen bereits enthalten sind. "Entscheidend ist vorab, dass der Gemeinderat dem Vertrag zustimmt. Rahmenbedingungen und Modalitäten lassen sich danach immer noch festlegen", betonte er. Das genau ist der Kern der Debatte. Denn es geht darum, dass Fuchsstadt Vertragspartner des Energiedienstleisters "Green City Energy" wird, und die Maßnahme als solche erst einmal grundsätzlich befürwortet.
Hart erinnerte an die Info-Veranstaltungen zum Thema, in denen es kaum Einsprüche gegen die Änderung des Regionalplanes gegeben habe, die Voraussetzung zum Bau einer Windkraftanlage ist. "Ich glaube nicht an das große Interesse gegen die Windkraft", fügte er hinzu mit der Anmerkung, dass der Leserbrief "Zahlen und Behauptungen enthalte, die mit der Realität nichts zu tun haben".

Bürgermeister: Rodung vertretbar

Zum Fuchsstädter Wald erklärte der Rathauschef, "dass zwei Hektar Rodung bei 940 Hektar Wald vertretbar sind. Das fragliche Areal ist kein FFH-Gebiet und unser Wald verfügt über einen jährlichen Zuwachs von sechseinhalb Hektar", so der Bürgermeister, der allerdings auch ein wirtschaftliches Interesse an dem Vorhaben einräumte. "Es geht hier nicht um ein paar Cent, sondern um 2,5 Millionen Euro. Dafür müssen wir viel Holz machen", unterstrich er angesichts bevorstehender Aufgaben. "Wir tun kein Teufelswerk und nichts Verbotenes", stellte er fest.
Gemeinderat Willibald Kippes und seine Kollegin Gudrun Böhm sahen dennoch "einiges, das wir vorher festlegen und im Vertrag fixieren müssten". Martin Keller meinte dagegen, "dass wir jetzt nur die Richtung festlegen und am längeren Hebel sitzen. Wenn unsere Forderungen nicht erfüllt werden, sagen wir Nein".
Die Abstimmung, die Öftring unter diesen Umständen ablehnte, endete mit neun zu zwei Stimmen und soll "Green City Energy" die grundsätzliche Bereitschaft signalisieren. "Wir vergeben uns nichts", kommentierte Hart abschließend.