Die beiden Jungtiere tragen jeweils einen Ring an ihrem Bein. Die beiden Nummern lauten: DER-AH 295 und DER-AH 296. Mit diesen sind sie für die Zukunft registriert.

Daniel Scheffler beringte die beiden Westheimer Störche, wie schon Ende Mai die Jungvögel auf dem Mönchsturm. Die Hammelburger Feuerwehr half wie gewohnt mit ihrem Drehleiterwagen aus. Der Korb hievte Scheffler und Jochen Willecke hinauf zum Nest auf dem Dach des Kindergartens.

Das Interesse der Westheimer war groß - sogar größer als zuletzt in Hammelburg: An die 100 Erwachsene und Kinder hatten sich an der früheren Gärtnerei versammelt, um die Beringungsaktion zu beobachten. Es ist ja auch das erste Mal, dass sich ein Storchenpaar im Ort niedergelassen hat und Junge großzieht. Für die Westheimer ist es ein neues Naturerlebnis.

Bevor Willecke gemeinsam mit Scheffler den Störchen einen Besuch abstattete, hatte er die Zuschauer über das Leben der Vögel informiert. Das Männchen kommt aus Herbsleben in Thüringen, erklärte Willecke. Das konnte dank des Rings, den der Vogel trägt, herausgefunden werden. Die Jungen werden noch einige Tage im Nest verbringen, bevor sie es verlassen und später dann wegfliegen. "Die Jungen ziehen vor den Elterntieren fort", sagte Willecke.

Vielleicht wird Westheim wie Hammelburg in den kommenden Jahren zu einem festen Nistplatz. Im Ort gibt es Überlegungen eine Webcam zu installieren, um das Nest auf dem Kindergarten wie bereits den Mönchsturm in Hammelburg beobachten zu können.

Westheim ist nicht der einzige Stadtteil mit einer Nisthilfe für Störche. Es gibt noch eine in Obererthal. Der Bund Naturschutz stellte sie vor zwei Jahren auf. Ulf Zeidler geht daher davon aus, dass Störche bald auch das Thulbatal besiedeln werden. Zeidler erklärte: "Das Thulbatal passt sehr gut. Die kleinteiligen Felder bieten den Störchen eine gute Nahrungsgrundlage."