"Wir wollen den Ganztagszug stabilisieren", erklärt Helmut Schreiner. Der Direktor der Schule will die Eltern daher frühzeitig auf das Betreuungsmodell aufmerksam machen.

Denn für das laufende Schuljahr hatten sich nur acht Fünftklässler für den Ganztagszug angemeldet - zu wenig für eine eigene Klasse. Dennoch fand das Gymnasium einen Weg ihrem Wunsch gerecht zu werden. So wird die aktuelle Klasse 5 c in einem Hybridmodell unterrichtet, wie es Schreiner beschreibt.

Die Ganztagsschüler und die Regelschüler sitzen zusammen in der Klasse und nehmen gemeinsam am Unterricht der meisten Fächer teil. Allerdings sind die Stundenpläne für die beiden Schülergruppen nicht ganz deckungsgleich: Einzelne Stunden sind für die Ganztagskinder in den Nachmittag verlegt, um im Zeitplan Platz für die lange Mittagspause zu schaffen. Am Nachmittag nehmen außerdem die Arbeitsstunden einen wichtigen Part ein.

Während der Arbeitsstunden können die Ganztagsschüler ihre Hausaufgaben erledigen. Ein Lehrer steht ihnen dabei unterstützend zur Seite. Diese Hilfe ist sehr wichtig, wie Schreiner und Jana Melzer, Koordinatorin für den Ganztag, betonen. Es habe sich gezeigt, dass gerade die Fünftklässler häufig noch Anleitung bräuchten. Dabei geht es zum Beispiel darum, das Lernen zu lernen.


Hybridklasse als "Zukunftsmodell"

Auf die Arbeitsstunden will das Gymnasium daher künftig noch stärker die Aufmerksamkeit richten - auch in der sechsten und siebten Jahrgangsstufe. In der Hybridklasse 5 c übrigens können die Schüler des Regelzugs diese nachmittägliche Hausaufgabenbetreuung ebenfalls nutzen. Sie können sich freiwillig für eine der Arbeitsstunden melden. Laut Schreiner haben das alle der Regelschüler auch schon mal gemacht. Für den Direktor ist die Hybridklasse durchaus ein "Zukunftsmodell". Es vermischt die Vorzüge des offenen und des gebundenen Ganztags miteinander.

Allerdings ist das Gymnasium erst einmal bestrebt, im neuen Schuljahr eine reine Ganztagsklasse zu bilden. Für eine eigene fünfte Klasse wären 15 Schüler notwendig. Falls diese Schülerzahl nicht erreicht wird, ist das Hybridmodell dann eine Möglichkeit, trotzdem ein Ganztagsangebot einzurichten. Auch dafür ist aber zunächst Voraussetzung, dass Eltern Kinder für den Ganztagszug anmelden.

Die anstehende Sanierung des Gymnasiums wird die Situation für die Ganztagsschüler in Zukunft verbessern. So wird es zum Beispiel mehr Rückzugsmöglichkeiten geben, erklärt Melzer. Und wie Schreiner ergänzt, ist im Raumprogramm dann ein Bewegungsraum vorgesehen. Der Ganztagszug am Frobenius-Gymnasium deckt die Jahrgangsstufen 5 bis 7 ab. Aktuell zählt er insgesamt 38 Schüler.