Mit den noch ausstehenden vier Bürgerversammlungen des Marktes Oberthulba wurde jetzt im Hassenbacher Sportheim begonnen. Groß war das Interesse, und unter den etwa 50 Hassenbachern (ohne die Marktgemeinderäte) waren auch viele junge Familien dabei. Mit viel Interesse wurden die Ausführungen des Bürgermeisters Gotthard Schlereth (CSU-FW) verfolgt. Doch auch der 3. Bürgermeister und neue Ortsbeauftragte Mario Götz nutzte die Gelegenheit und stellte dem erfreulich großen Hassenbacher Publikum die Marktgemeinderäte vor. Seiner Aufforderung nach einer sachlichen und fairen Diskussion kamen alle nach, Nur wenige Sorgen plagen die Hassenbacher, das zeigte sich in der guten Diskussion.

Was ist dort erlaubt?

Stefan Henz machte mit dem Badeplatz den Auftakt und wollte wissen: "Was ist am Oehrbach-Badeplatz am Ortsrand erlaubt und was darf dort geschehen". Grund dafür waren die Beschwerden von einigen Bewohnern im Baugebiet Krautgarten bzw. auch im dort befindlichen Wochenendgebiet. "Gebaut wurde der Platz am Oehrbach als Wasserspielplatz", so der Gemeindechef. "Hassenbach liegt im Naturpark Bayerische Rhön und hier gibt es Regeln und Vorschriften die zu beachten sind. Trotzdem sollte man auch beachten, wir befinden uns auf dem Dorf und hier gibt es noch alte Gewohnheiten." Er forderte daher eine "gewisse Kompromissbereitschaft im Umgang miteinander".
Weiter hieß es, dass der Schall oder auch Lärm der dort spielenden Kinder oder auch der Feiernden in dem engen Wiesental nach oben in die Baugebiete getragen werde. Etwas lautere Musik, Unterhaltung oder auch schon Flaschenlärm führe dort zu Beeinträchtigungen.

Aufeinander zugehen

Alexander Lerpscher erklärte: "Wir haben dort mit unseren Kindern auch schon mal Zelte aufgestellt, um mit ihnen Spaß zu haben". 2.Bürgermeister Jürgen Kolb und auch der Ortsbeauftragte Mario Götz berichteten, dass mit den betroffenen Anliegern im Sommer bereits Gespräche geführt wurden. Man sollte hier mehr aufeinander zugehen, war auch ihre Meinung.
Ein weiteres Thema war die Breitbandverkabelung. "Was macht die Breitbandverkabelung und in welcher Zeit kann sie umgesetzt werden", wollte Marco Knüttel von der Schulstraße wissen. Nicole Wehner, Breitbandpatin der Gemeinde, informierte über die derzeitige Ausschreibung und das Auswahlverfahren. Erst wenn entschieden ist, wer den Auftrag erhält, kann es in die Vergabe gehen, berichtete sie. Über eine genauere Zeitschiene kann derzeit noch nicht geredet werden. "Wir haben aber ein Interesse, dass es baldmöglichst passiert", ergänzte der Bürgermeister.
Beifall für Bürgermeister Schlereth gab es zu den Ausführungen zum Thema "Südlink"-Stromtrasse. Wenn diese Trasse aktuell wird, wird Oberthulba etwa 35 Hektar Wald entlang der Autobahn verlieren, informierte Gotthard Schlereth. "Meine Meinung sage ich offen, man hätte das Geld in den Regionen, Kommunen und Stadtwerken lassen und dort mit Alternativenergien arbeiten sollen."
Klaus Blum von der Oberthulbaer Verwaltung sprach auch das Thema Wanderwege an. Zunächst wurde die Thulbataler-Extratour, die zusammen mit dem Tourismusverein ausgearbeitet wurde, vorgestellt. Sie führt von Oberthulba über die Reither-Mühle nach Thulba. Doch auch der schöne Hassenbacher Wiesengrund wird bis Oehrberg einen Wanderweg erhalten. Er wird derzeit als Oehrbachtaler bezeichnet. Auch der Hassenbacher Rundwanderweg soll integriert werden.

Einwohnerzahl konstant

Zu den Ausführungen des Bürgermeisters gehörte auch die Fertigstellung der Schulstraße mit Gesamtkosten von etwa 890 000 Euro. Spaß mache den Kindern der nun fertige und erweiterte Kindergarten im Schulhaus. Der Umbau der ehemaligen Heizungs- bzw. Tankräume ist gelungen und hat etwa 46 000 Euro gekostet. Wie in den anderen Gemeindeteilen werden sowohl Friedhof als auch Spielplätze in Hassenbach von der Lehrwerkstatt der Lebenshilfe Nüdlingen gemäht und gepflegt.
Nahezu konstant sei der Einwohnerstand von Hassenbach mit 485 (-2) geblieben. Es gab neben 25 Zuzügen 22 Wegzüge. Aber auch acht Sterbefälle, denen zwei Geburten gegenüber standen.
Flüchtlingsunterkünfte könnten auch ein Thema für Hassenbach werden. Beim Thema Asyl ist Oberthulba ebenfalls angesprochen, informierte Bürgermeister Gotthard Schlereth inder Bürgerversammlung. "Wir haben für Unterkünfte auch leerstehende Gasthäuser als passende Objekte dem Landkreis gemeldet." Auch in Hassenbach ist ein solches Gebäude vorhanden, allerdings müssten dort zunächst Umbauten vorgenommen werden. Die Gespräche dazu laufen derzeit.

Infoveranstaltung

Dass Zustimmung im Ort da ist, ließ die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Karin Frank wissen. "Der Pfarrgemeinderat steht einer solchen Sache positiv gegenüber". Die Frage von Lothar Bieberich, wie viele da wohl kommen werden, konnte nicht beantwortet werden. "Es kommt auf die Kapazität des Gebäudes an", so Schlereth. "Wenn es aktuell wird, werden wir eine Informationsveranstaltung mit den Bürgerinnen und Bürgern machen."