Der Herbstbeginn ist traditionell die Zeit der Großübungen der Feuerwehren im Rahmen der Brandschutzwoche. In Sulzthal ertönte am Freitag um 18 Uhr die Alarmsirene, weil die Wehren aus dem Bereich der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Euerdorf sowie das Technische Hilfswerk (THW) und Rettungskräfte einen Brand in einer Lagerhalle am Ortsrand nachstellten.
Den Insidern war es neben dem Kommandanten Dieter Halbig, Kreisbrandmeister Klaus Wüscher und Kreisbrandinspektor Peter Sell längst bekannt, dass es diese Herbstübung in Sulzthal geben wird. Auch der genaue Einsatzort, eine Lagerhalle der Firma "Automaten-Mayer" an der Alten Straße und das Szenario waren keine Geheimnisse mehr. Dort war laut Übungsvorgabe aufgrund von Reparaturarbeiten ein Feuer ausgebrochen und die Suche nach verletzten Personen stand an. Ein Opfer war unter einem Fahrzeug eingeklemmt.
Die Übung war auch für den stellvertretenden Kommandanten Jens Weingart eine Gelegenheit, wertvolle Erfahrungen bei der Leitung eines Einsatzes zu sammeln. Kurz nach dem Alarm trafen die Floriansjünger der örtlichen Wehr ein. Einige schwärmten schnell aus, um die Lage zu erkunden. Die Nachbarwehren aus Euerdorf, Wirmsthal, Ramsthal und Aura wurden per Funk angefordert. Ebenso die Rotkreuz-Bereitschaft aus Bad Kissingen und Bad Brückenau und das Technische Hilfswerk vom Ortsverband Bad Kissingen. Bürgermeister August Weingart war als Zaungast beeindruckt über das rege Treiben von insgesamt rund 100 Hilfskräften.


Geschminkte Komparsen

Der Einsatzort lag dort, wo jedes Jahr die Bergslaloms starten. An der ersten Spitzkehre oberhalb des Dorfes liegt das Betriebsgebäude und dahinter an einem Feldweg die Lagerhalle, in der es virtuell brannte. Es qualmte künstlicher Rauch aus der Halle. Komparsen hatten sich rechtzeitig vor Übungsbeginn als Unfallopfer schminken lassen und bewiesen vor Ort viel Geduld. Etwa als blutüberströmter Ohnmächtiger, der nahe einer Wasserpfütze liegend aufgefunden wurde.
Bevor die Verletzten von den Helfern des Roten Kreuzes versorgt und abtransportiert werden konnten, mussten die Atemschutzträger ihre schwere Arbeit leisten. Bei ihrem Angriff auf die Brandstelle in der Halle hatten sie zuerst nach den Verletzten Ausschau gehalten und diese nach draußen gerettet.


Engpässe bei Wassernachschub

"Es ist von Vorteil, wenn anhand der Übungen solche örtlichen Betriebsgebäude der Feuerwehr bekannt werden", sagte Kreisbrandmeister Wüscher. Auch die Wasserversorgung zum Löschen von Bränden stehe dabei im Blickpunkt. Denn momentan hapere es an der Freigabe des Wasserwirtschaftsamtes in Bezug auf öffentliche Gewässer wie zum Beispiel dem Sulzbach. Ein weiterer Schwerpunkt liege bei dieser Übung auf der Einsatzleitung, die den Kameraden durch klare Befehle und Aufgabenzuteilung die nötige Sicherheit zum Handeln vermittln müsse. Der Funkverkehr geschehe aktuell noch analog, teilte Kreisbrandmeister Wüscher am Rand der Herbstübung zudem mit.