Die Sirenen heulten in den acht Orten des Marktes, der Alarm rief die Feuerwehren zum Einsatz. An einem der höchsten Punkte Hassenbachs, an der Schillhecke, brannte am Freitagabend eine Scheune. Zum Glück nur das Szenario einer Übung. Auch die Nachbarwehr aus Albertshausen wurde gerufen. "Das lag an der langen Schlauchstrecke, die aufzubauen war", erklärte Kommandant Matthias Reuter, Einsatzleiter der Hassenbacher Wehr.
Schnell teilte er die rasch eintreffenden Wehren für ihre Aufgaben ein. Die Schlimpfhofer durften gleich an der Lauterbrücke das Ansaugen des Löschwassers übernehmen. Von dort bauten die Hassenbacher die notwendigen B-Leitungen weiter.

Ein Kilometer Schlauchstrecke

Jetzt kam die Nachbarwehr aus Albertshausen mit ihrem Schlauchwagen zum Einsatz. Sie legte einen Großteil der etwa ein Kilometer langen Schlauchstrecke. Mit Zwischenpumpen und Leitungen kümmerten sich die Wehren aus Reith, Frankenbrunn, Wittershausen und Hetzlos um die Steigung bis zur brennenden Scheune. Für einen reibungslosen Ablauf im Bereich der Schlauchstrecke sorgten die Abschnittsleiter Steffen Meder und Christoph Metz.
Neben der Bekämpfung des Feuers galt es, zwei vermisste junge Burschen zu finden und in Sicheheit zu bringen. Hierbei kamen die Wehren aus Oberthulba und Thulba mit ihrem Atemschutz zum Einsatz. Schnell entdeckten sie einen der Jungen unter einem landwirtschaftlichen Wagen und konnten ihn befreien.

Maschine mit Spreizer anheben

Etwas schwieriger gestaltete sich die Rettung der zweiten Person. Sie war unter einer Erntemaschine eingeklemmt. Die Maschine musste mit dem Spreizer angehoben und mit Holzklötzen unterbaut werden, um den Burschen zu retten. Auch das gelang den Oberthulbaer Wehrmännern unter Kommandant Rainer Wanitschka schnell.
Erschwerende Umstände der Übung waren zum einen der angrenzende Wald und zum anderen die Dunkelheit. Die Wehrmänner konnten nur unter Scheinwerferlicht arbeiten. Doch insgesamt liefen Aufbau der Leitung und Rettungsaktion problemlos ab. Der erste Löschangriff konnte mit Wasser aus den Fahrzeugen erfolgen. Danach stand schon in kurzer Zeit auch genügend Wasser aus der Schlauchleitung zur Verfügung.
Damit es bei einem Brand, wenn zum Beispiel eine Pumpe ausfällt, nicht zu einem Wasserstillstand kommt, war etwa auf der Hälfte der Strecke ein Faltbehälter mit einigen Tausend Liter Löschwasser als Puffer aufgebaut worden. Dass das auch funktioniert, bewies ein simulierter Pumpenausfall.
Ziel der Übung war auch zu trainieren, wie ein Wohnhausbrand im höher gelegenen Baugebiet "Nußäcker-Wegäcker" bekämpft werden kann. "Wir haben gezeigt, dass das mit Löschwasser aus der Lauter auch über eine lange Strecke möglich ist. Ein Problem ist allerdings, dass in diesem Gebiet die öffentliche Wasserversorgung nicht angezapft werden kann", sagte Kreisbrandmeister Thomas Eyrich. Bei dem schwachen Druck der öffentlichen Wasserversorgung könnte es sonst zu einem Unterdruck in den Leitungen kommen.

Lob für gute Zusammenarbeit

Ansonsten hatte er viel Lob parat für die gute Zusammenarbeit der Gemeindewehren. Dem schloss sich auch Kreisbrandinspektor Peter Sell an. Er lobte die Wehren, die mit kompletter Besetzung angetreten waren: "Was nützen uns die besten Fahrzeuge, wenn die Mannschaften dazu nicht stehen?"
Bürgermeister Gotthard Schlereth hob die Wichtigkeit solcher Übungen heraus. "Ich bin froh, dass das bei uns so klappt. Das hat die heutige Zusammenarbeit wieder einmal bewiesen." Er dankte auch der Wehr aus Albertshausen. Bei der langen Schlauchstrecke habe sich gezeigt, wie wichtig eine solche Bereitschaft sei.
Zum Abschluss gab es für die tüchtigen Feuerwehrleute, unter ihnen auch einige Frauen, einen Imbiss im Schlimpfhofer Feuerwehrhaus.