Unter dem Altartisch beweinen ihn noch zwei Engel. Darüber steht er schon siegreich über Tod und Teufel. Die 14. Station des Klosterkreuzwegs zeigt die Grablegung und zugleich die Auferstehung Christi. In der kleinen Kapelle sind aber auch die Spuren vergangener Jahrzehnte zu sehen. Daher braucht sie fachmännische Zuwendung.

Julia Zeulner schaut sich die bildhauerische Darstellung genau an, den Faltenwurf des Gewands, die Flügel der Putti. Alle schadhaften Stellen, an denen die Farbe vom Stein abblättert, markiert sie auf einem Ausdruck der Auferstehungsszene.

Die festgehaltenen Beobachtungen münden in eine Bestandsaufnahme des Denkmals. Sie bildet die Grundlage für spätere Konservierungsmaßnahmen. "Wir werden nur das Nötigste machen", erklärt Restaurator Clemens Muth. Er kümmert sich schon seit einigen Jahren um die Kreuzwegstationen am Schlossberg.

In der Kapelle müssen nicht nur die verlorenen Farbstellen an den Figuren ergänzt werden. Es gibt auch lose und rissige Fugen zwischen den Sandsteinblöcken des Mauerwerks. Außerdem hat sich von einigen der scharrierten, also oberflächenbehandelten Steinen die oberste Schicht gelöst und abgeschält. Die verlorene Oberfläche muss ersetzt werden.

Das Gutachten will den Ursachen für dieses Schadensbild nachspüren. Die erste Vermutung des Restaurators richtet sich auf Salzkristalle. Der Belag auf den Steinen, den er noch genauer in Augenschein nehmen will, deutet auf diese hin. Muth geht aber nicht davon aus, dass allzu viel Feuchtigkeit von außen in die Kapelle eindringt. Vielmehr ist wohl Kondenswasser im Inneren die Erklärung. Der Befund, den Muth nach der eintägigen Untersuchung nun erstellen wird, wird es noch mal genauer formulieren.

Ein anderer Fachbetrieb wird zusätzlich noch die Wandmalerei inspizieren. Das Ornament, das die Seitenwände einfasst, hat teilweise großflächig seinen Farbauftrag verloren.

Was in der Kapelle gemacht werden muss, werde mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt, erklärt Reiner Baden auf Nachfrage - dafür die Befunduntersuchung an den Steinen und der Wandmalerei. Was dann auch tatsächlich gemacht wird, hängt von den Kosten ab. Baden finanziert den Erhalt des Kreuzwegs rein aus Spendengeldern. Zu der Sanierung der 14. Station meint er: "Ich muss schauen, wie weit die Mittel reichen."

Die Franziskaner ließen den Kreuzweg im Jahr 1733 anlegen. Zu den Besonderheiten zählt, dass dieser als Rundweg gestaltet ist. Die künstlerische Arbeit wird dem Hammelburger Bildhauer Johann Jakob Faulstieg zugeschrieben.