Der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz organisiert auch in diesem Jahr ein Umweltbildungsprojekt. Es steht unter dem Motto "Oasen der Artenvielfalt". Deshalb war die Biologin Simone Hepp zu Gast im Kindergarten St. Mauritius in Schwärzelbach. Dort hat sie mit den Kindergartenkindern das Insektenhotel umgestaltet und für solitäre Wildbienen und Wespen fit gemacht. "Das hängt hier seit einigen Jahren schon, aber wirklich was beobachten konnten wir in all der Zeit nicht", räumt Erzieherin Sandra Schäfer ein.

Zunächst wurden die alten rissigen Holzklötze, das Stroh, die zerbrochenen Tontöpfe und die Kiefernzapfen entnommen, die laut Biologin keinen Nutzen bringen. "Mit Stroh gefüllte Tontöpfe sind zwar ein idealer Rückzugsort für Ohrenkneifer, allerdings macht es mehr Sinn sie auch dort aufzuhängen, wo diese nützlichen Insekten gebraucht werden, zum Beispiel an Obstbäumen, die von Blattläusen freigehalten werden sollen. In einer Insektennisthilfe haben sie nichts verloren, da sie sich im schlimmsten Fall an der Wildbienenbrut vergreifen."


Mit Schilfrohrstängeln

Zur Bohraktion brachte die Biologin Hartholzklötze mit, in die die Kinder mit Standbohrmaschinen Löcher ins Langholz bohren durften. Jedes Kind konnte seinen Klotz noch mit seinem Namen beschriften und in die Nisthilfe stapeln. Der verbliebene Platz wurde von den Kindern mit Schilfrohrstängeln gefüllt. So entstanden hunderte Nistmöglichkeiten mit unterschiedlichen Durchmessern für die Wildbienenarten.

Da die Nisthilfe an ihrem alten Platz ganztägig im Schatten eines großen Baumes hing wurde sie an einen sonnigeren Flecken umgesiedelt. In den darauffolgenden Tagen konnten die Kinder Löcherbienen beobachten, die begannen, die kleineren Löcher der Holzklötze und Schilfrohre zu bebrüten. Auch eine Goldwespe ließ sich schon an der Nisthilfe blicken.

Diese Schmarotzerwespen sind mit ihrem metallisch glänzenden Körper auffällig. Im nächsten Frühjahr dürfen sich die Kinder auf Mauerbienen freuen, die dann zahlreich zu beobachten sind. Diese und andere häufig an einer Nisthilfe vorkommenden Insekten kann man auch auf einer neu gestalteten Infotafel der Bund-Kreisgruppe bewundern, die an Insektenhäusern aufgestellt werden kann (Bestellungen: bn-badkissingen@gmx.de ). "Es gibt viele Insektennisthilfen im Landkreis, aber oft wissen die Betrachter nicht, was dort lebt. Mit dieser Informationstafeln wollen wir Abhilfe schaffen," erklärt Franz Zang, BN-Kreisgruppenvorsitzender.

Simone Hepp steht auch anderen Einrichtungen beim Überarbeiten oder der Neugestaltung von Nisthilfe beratend zur Verfügung (Mail: simone.hepp@yahoo.de ).