Das Tanzpaar Bärbel Beck und Albert Kowolik ist unter den europäischen Discofox-Tänzern ganz vorn. Am Pfingstmontag landeten sie auf einem beachtlichen 8. Platz beim internationalen Festival-Wettbewerb im französischen Saint Romain en Gal (nahe Lion).
Knapp verfehlten die Tänzer die Teilnahme an der Endrunde unter den Ü31-lern. "Trotzdem sind wir recht stolz auf unseren Erfolg", sagt Disco-Tänzerin Beck. Denn erst seit dem vergangenen Jahr nehme sie (49) zusammen mit Kowolik (56) an den Tanzwettbewerben teil. Schon hatten sie bei einer internationalen Tanzmeisterschaft in Mannheim einen 2. Platz errungen und siegten vier Monate später bei einem Turnier im Rahmen der Deutschen Meisterschaft "TAF Discofox 2015" in Wesel.


Langjährige Erfahrung

Dass beide gut tanzen, das bewies die voran gegangene "Sichtung" der Teilnehmer für die Europa-Meisterschaft in Dresden, wo sie auf Anhieb schon ganz vorn landeten. Freilich hatte die ein Jahrzehnt währende Erfahrung mit anderen Partnerinnen in TAF-Turnieren Kowolik geholfen. "Manche Paare brauchen dafür einige Jahre, was wir in nur vier Monaten schafften", ist er total überzeugt über seine jetzige Partnerschaft mit Bärbel Beck. Inzwischen häufen sich die Urkunden und Pokale, von denen Bärbel Beck lange zuvor geträumt hatte. Ja, es gibt mittlerweile sogar Platzprobleme in ihren Vitrinen und auf den Regalen. Kowolik hingegen ist es gewohnt, auf noch mehr Pokale zurückzublicken. Denn in den vergangenen Jahren hatte er mit verschieden Tanzpartnerinnen siegreiche Wettbewerbe absolviert.
"Vor vier Jahren machte ich dann eine Pause", sagt er. Getanzt habe er in dieser Zeit nur noch ganz privat und ohne Wertung, so zum Beispiel im Bad Kissinger Sonnenhügel. "Das Tanzen ist mein Hobby, und es gibt mir viel", betont Kowolik. Und Beck bestätigt: "Für mich ist das Tanzen eine Leidenschaft, bei der ich alle Wehwehchen und Alltagssorgen vergessen kann".


Ein Glücksfall

So sei es ein Glücksfall gewesen, dass er im vergangenen Jahr die Bekanntschaft mit Bärbel Beck gemacht habe, die ebenso leidenschaftlich gerne den Discofox tanze wie er, erzählt Kowolik. Schnell hätten beide festgestellt, dass es auf der Tanzfläche passt. Mittlerweile sind sie auch außerhalb des Tanzparketts ein Paar. Klar, beim Discofox bleibt es nicht. "Wir tanzen auch lateinamerikanische Standardtänze - Salsa, Rumba, Cha-Cha, Samba und Jive", sagt Kowolik. Bei einem Turnier in München hätten sie zum Beispiel gleich in mehreren Sparten gewonnen und sechs Pokale abgeräumt. Das Auto war voll, ist doch der benötigte Raum für die Tanzkostüme und für die Reisekoffer in dem Coupé auch noch zu berücksichtigen.


Kostüme selbst genäht

Als Glücksfall betrachten die beiden Tänzer ebenfalls, dass Bärbel Beck ein glückliches Händchen für das Nähen hat. Das erspare beträchtliche Kosten, seien doch gerade die Kleider für die Turniere recht teuer, wenn man sie auf Maß und nach individuellen Ideen anfertigen lässt. Ohnehin machen die Reisekosten schon einen riesigen Kostenanteil aus, wenn viele Turniere bundesweit und im Ausland besucht werden. So ein Hobby aus Leidenschaft gibt es halt nicht zum Nulltarif. Zumindest, wenn man auf Turnieren tanzt.
Kowolik: "Aber ich kann jedem das Tanzen empfehlen - egal, ob jung oder alt". Denn so ein ganz privates Tänzchen zur eigenen Freude könne sich jeder leisten.