In Gauaschach war der Pflug bereits. Jetzt zieht die Spezialmaschine entlang der Straße nach Feuerthal eine Furche in die Erde und wickelt ein Leerrohr hinein. Durch dieses wird später ein Glasfaserkabel geschossen, das den Stadtteil mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde ans Internet anschließt. Doch noch mehr Orte kommen in den nächsten Monaten in den Genuss von Breitbandanschlüssen.

Denn nicht nur die Hammelburger Stadtteile Feuerthal, Gauaschach, Morlesau, Obererthal, Ochsenthal und Seeshof, sondern auch die Gemeinden Oberthulba und Wartmannsroth bekommen schnelle Zugänge ins Netz. Mit einem symbolischen Spatenstich in Obererthal feierten nun die drei Kommunen zusammen mit der parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dorothee Bär, den Netzausbau.

Bär lobte die Initiative der drei Gemeinden, "den Breitbandausbau selbst in die Hand zu nehmen". Emil Müller, stellvertretender Landrat, hob die interkommunale Zusammenarbeit hervor. Die drei Kommunen hatten den Ausbau gemeinsam vorbereitet, wobei dann jede für sich über die Auftragsvergabe entschied. Die Zusammenarbeit bescherte den drei Kommunen höhere Fördersätze des Freistaats von bis zu 80 Prozent.

Die gesamten Investitionskosten belaufen sich nach Angaben von Anja Binder von den Stadtwerken Hammelburg auf rund 2,3 Millionen Euro. Das Versorgungsgebiet umfasse 3110 Haushalte. Die Stadtwerke mit ihrem Tochterunternehmen Hab-Net sind der Kooperationspartner für den Netzausbau. Für die Planung und Verlegung der Kabel ist die SNG GmbH aus Römhild als Generalunternehmer verantwortlich.

Bis die Maschinen ausrücken konnten, war es ein langer Weg. Von einem zähen Prozess sprach Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Denn das Förderverfahren ist kompliziert und aufwendig. Eine schnelle Internetanbindung führte Warmuth als einen wichtigen Faktor an, um Arbeitsplätze und junge Leute in der Region zu halten. Jana Wintermeyer vom Verband kommunaler Unternehmen erinnerte daran, dass zum Beispiel der Gesundheits- und der Energiesektor Bandbreite verlangen.

Die jetzige Erschließung schafft Anknüpfungen an bestehende Leitungen und schließt damit Lücken im Netz. Am Ende entsteht auf diese Weise eine Ringverbindung zwischen den drei Kommunen. "Das Ringnetz erhöht die Versorgungssicherheit", erklärte Stephan Dausacker von den Stadtwerken.