Mut zur Investition zeigt die Genussbrennerei Lutz aus Windheim mit Plänen zur Betriebserweiterung. Jetzt wurde der Antrag auf Genehmigung eines Neubaus samt Anbau vom Gemeinderat Wartmannsroth einhellig befürwortet.
Der etwa 480 Quadratmeter große Neubau soll einerseits Arbeitserleichterung mit kurzen Wegen bringen. Andererseits will der Familienbetrieb dieses Gebäude als gläserne Schaubrennerei gestalten und sich damit offen zeigen für viele Interessierte. Der separate Seminarraum ist als Anbau an den historischen Gebäudetrakt geplant, der ebenfalls auf dem Anwesen Lutz anzutreffen ist. Über dem Eingang zum Kellergewölbe steht die Jahreszahl 1553.

Auch für Schulungen

"Der Seminarraum soll für touristische Zwecke, Wissensweitergabe und Schulungen genutzt werden", sagt Andreas Lutz. Der ist landwirtschaftlicher Brennmeister und hat seine Ausbildung in Freiburg und Weinsberg gerade absolviert. Anlass für die Planungen ist die für 2018 beschlossene Änderung der rechtlichen Voraussetzungen der Abfindungsbrennereien. Historische Brennrechte verlieren ihren ideellen Stellenwert. Bisher war die Führung einer Abfindungsbrennerei regional auf bestimmte vom Staat festgelegte Gebiete in Deutschland beschränkt. "Momentan ist es in Hessen ganz anders als in Bayern."
Ab 2018 werden diese Beschränkungen aufgelöst, und somit wird es standortunabhängig möglich, eine Abfindungsbrennerei zu betreiben.
Heugeist, Heulikör, Löwenzahnblütenlikör, Chill n´ Gini (Gin-Sahne-Likör), Apfelbrand aus dem Kastanienfass: Diese edlen und seltenen Tropfen machen neugierig auf mehr. "Qualität geht vor Quantität", lässt Andreas Lutz Herzblut in Sachen Brennerei erkennen. Schon 2012 hat die Genussbrennerei Lutz die Destillathek eröffnet, in der diese hochprozentigen Schätze verkostet werden können. "Der Standort Windheim bleibt erhalten", sagt Andreas Lutz. Im Blick hat er gemeinsam mit den Brennern aus allen Ortsteilen der Gemeinde Wartmannsroth den Brennerweg sowie den Tourismus im Bereich seiner Heimatgemeinde.
Mit der Vergabe eines Auftrags für Erdarbeiten zur Errichtung eines Aussichtshügels am Binsrain bei Schwärzelbach beschlossen die Räte einhellig, das Thema Brennerweg aktiv anzupacken.

Aushub wird weiterverwertet

Die Fuchstädter Firma Stockmann erhielt als günstigster Anbieter in Höhe von rund 5600 Euro den Zuschlag. Als Glücksfall wertete Bürgermeister Jürgen Karle, dass ein Erdaushubmaterial des Hetzloser Landwirts Eisenhauer für den Hügel Verwendung finden kann.