Ein arbeitsintensives Jahr liegt hinter Werner Ziegert und acht Brennereibetreibern. In den kommenden Monaten geht noch einmal die Post ab, wie es Ziegert formuliert. Denn noch in diesem Jahr soll der Brennerweg eröffnet werden. August oder September scheinen Ziegert als machbare Termine. Auf alle Fälle soll der Erlebnisweg noch vor den Tagen der edlen Brände fertig werden. Und die Beteiligten sind ein entscheidendes Stück vorangeschritten.

Der Verlauf der Touren ist nach einer Änderung des ursprünglichen Streckenplans endgültig kartiert. Der Brennerweg umfasst fünf Wanderrunden. Die als Premiumweg konzipierte "Extratour Wald-Brand" bildet die Hauptstrecke. Sie führt um den Windheimer Wald. Unterwegs lernen die Wanderer die Geschichte des Brennereiwesens kennen. So informiert eine Tafel, dass Archäologen die ältesten Destilliertöpfe im Gebiet des früheren Mesopotamien fanden. Die Gefäße stammen aus der Zeit 5500 vor Christus.

Wie die Aromen ins Glas kommen

Wie die Destillation funktioniert, wie die Brenner Alkohol und Aromen gewinnen, erfahren die Besucher natürlich auch. Der "Wildfrüchte-Weg" um Schwärzelbach herum, die "Streuobst-Route" nach Windheim, die "Whiskyschleife" um Wartmannsroth und die "Korn-Brand-Tour" von Wartmannsroth nach Völkersleier befassen sich speziell mit den verschiedenen Ausgangsfrüchten der edlen Brände.

Ziegert, der in der Gemeindeverwaltung die Verantwortung für das Tourismusprojekt hat, hat zusätzlich in der Historie von Wartmannsroth gestöbert. Dabei ist er unter anderem auf die Geschichte des "Holländerwegs" gestoßen. "Ich habe mich gleich gefragt, was es damit auf sich hat", sagt Ziegert. Die Bezeichnung habe er gekannt, da der "Holländerweg" in einer Karte eingetragen sei. Aber die genaueren Umstände seien ihm nicht geläufig gewesen, erklärt Ziegert. Die älteren Einwohner konnten ihm helfen. Aus den Hinweisen entsteht nun eine weitere Tafel.

Wie Bauholz nach Holland kam

Sie erklärt die geschichtlichen Hintergründe des "Holländerwegs": Als im 18. Jahrhundert der Ostseeraum wegen kriegerischer Auseinandersetzungen für Holland als Bezugsquelle für Bauholz wegbrach, musste das Land sich neue Liefergebiete suchen: Die Wälder in der heutigen Gemeinde Wartmannsroth deckten den Holzbedarf für den Städte- und Schiffsbau mit ab.

Die Stämme wurden von Schwärzelbach nach Diebach zur Saale transportiert. Auf der Saale gelangten sie in den Main und dann über den Rhein nach Holland. Die Bedeutung verlor sich später mit der Ausbreitung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert. Sie erschloss andere Bezugsquellen.

Diese und die weiteren rund 30 Tafeln werden ab dem späten Frühjahr aufgestellt, wie Ziegert vermutet. Die acht beteiligten Brenner - Manfred Lutz, Anton Bischof, Thomas Kleinhenz, Robert Koch, Kurt und Marko Henning, Frank Martin, Lothar Bold und die Familie Vogler - schildern ihre Wanderrunde, an der sie liegen, selbst aus. Diese Eigenleistung sei eine Entlastung für die Gemeinde.

Entlang der Runden sind mehrere Erlebnisstationen geplant. Die müssen nun ausgearbeitet werden. Erst danach kann der Brennerweg unter dem Logo eines stilisierten Glases auch mit Hilfe der regionalen Marke "Frankens Saalestück" bei den Touristen beworben werden.