Der Adventsmarkt im Hof des Erthal-Schlosses hat nichts von seiner Attraktivität verloren. Zum neunten Mal richtete der Obst- und Gartenbauverein (OGV) die Elfershausener Dorfweihnacht aus, die als Romantischer Weihnachtsmarkt bekannt wurde.
Es ist allerdings auch das letzte Mal, das OGV Elfershausen als Hauptveranstalter des beliebten Events auftritt. Die "Gartler" treten aufgrund ihrer Vereins-Altersstruktur als Ausrichter zurück, begründet Markus Stockmann, der seinen Rücktritt als Ortsvorsitzender in der Jahreshauptversammlung erklärt hatte. Er will die Nachfolge von Irmgard Heinrich als künftiger Kreisvorsitzender der Obst- und Gartenbauvereine antreten, die nach 20 Jahren ihr Amt niederlegt. "Doch die Dorfweihnacht wird weiterleben", verspricht er.


16 Aussteller

Die Freiwillige Feuerwehr, die schon jetzt integriert ist, soll künftig Veranstalter sein. Die OGV-Mitglieder unterstützen sie dabei nach Kräften. Insgesamt 16 Aussteller belebten den Schlosshof mit Gewürzen und Handwerkskunst, Schmuck, Laubsäge-, Drechselarbeiten und der Phantasiewerkstatt Töpfern, in der Karin Eckert Kindern die Möglichkeit zum kreativen Umgang mit diesem Werkstoff gab.
Natürlich fehlte es auch nicht an Kulinarischem. Unter frisch gebrannten Mandeln und Glühwein, selbsthergestellten Likören, Imker-Produkten, duftenden Crepes, bis hin zu hausgemachten Brotaufstrichen aller Art, aber auch Kaffee und Kuchen im "Engelsgewölbe" - dem Rathauskeller - konnten die zahlreichen Besucher auswählen. Stockmann und Bürgermeister Karlheinz Kickuth eröffneten am Samstag um 16 Uhr den Markt im mit Rindenmulch bedeckten Hofgelände. Die Langendorfer Musikanten begleiteten die Eröffnung mit adventlichen Weisen. Die "Glücks DJs" sorgten dann bei einer Glühwein-Party für Stimmung.
Am Sonntag waren es die Kinder aus dem heimischen Kindergarten, die Weihnachtslieder vortrugen. Der Nikolaus (Christian Haun) belohnte die jüngsten Besucher mit kleinen Geschenken und Süßigkeiten.
Eine Besonderheit war die Ausstellung der Modelleisenbahn im Sitzungssaal des Rathauses. Denn die Präsentation von Elmar Keß und Alexander Lösch ist keine der herkömmlichen Modellbahnen sondern eine authentische Kopie von Lokomotiven und Dioramen zum Beispiel der Zugverbindung von Gemünden nach Bad Kissingen. Selbst die Loks hatten die einst tatsächlichen Nummerierungen der Originale, die einst auf dieser Strecke verkehrten.
Die beiden Modelleisenbahn-Fans, die sich diesem Hobby schon "in Sandkastenzeiten" verschrieben haben, gehören der Fremo an, dem "Freundeskreis europäischer Modelleisenbahner", ein Dachverband für zahlreiche Untergruppen, von denen sich jede mit einem definierten Eisenbahn-Thema beschäftigt. So sind nach Aussage von Keß Modellzüge aus den Zeiten der Deutschen Bundesbahn, der DDR-Reichsbahn oder auch von den legendären US-Zügen in dieser Vereinigung zu finden.
Lösch und Keß sind mit ihren Spur 1-Modellen (1:32) offensichtlich dem heimatlichen Schienenverkehr treu. So baute Elmar Keß zum Beispiel die Bahnunterführung am Euerdorfer Zeilweg in vielen Arbeitsstunden nach, deren Details bestechen. Die Fremo-Mitglieder treffen sich einmal im Jahr an einem zentralen Ort und stellen ihre Kreationen zur Schau. Diese Meetings sind jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern intern. "Aktuell wäre eine Steuerung der Züge auch über ein Computersystem möglich", räumt Keß ein, fügt aber hinzu: "Selbst zu fahren ist viel schöner."