Der Rathausneubau geht in die "heiße Phase". Mit seinem mehrheitlichen Beschluss zur Durchführung der Baumaßnahme und der Vergabe des 3,5-Millionen-Projekts an das Architektenbüro Lieb & Lieb (Freudenstadt) sowie der Vergabe der Ingenieursleistungen an das Büro Joachim aus Schweinfurt legte der Gemeinderat auch den Zuschlag der verschiedenen Gewerke für die Leistungsphasen eins bis drei fest.

Der in der Hammelburger Straße geplante Neubau (wir berichteten) könne auch teurer oder preiswerter werden - allerdings erst nach der Leistungsphase drei, informierte Bürgermeisterin Patricia Schießer. Vom Ratsgremium mehrheitlich positiv bewertet, äußerte der bei der Vorschlagserarbeitung nicht anwesende Elmar Hofmann ein "seltsames Gefühl".


Die Zeit drängt ein bisschen

"Ich war da nicht dabei, und eigentlich hätte der gesamte Gemeinderat bei diesem Termin präsent sein müssen", und verband mit der Kritik die Frage nach der Gültigkeitsdauer des Kostenvoranschlags. "Wir können es mit diesem Preis in zwei Jahren schaffen", beschied Schießer, die hinzufügte: "Wir müssen aber endlich ein paar Schritte nach vorne zulegen."

Für die Heizung-, Lüftungs- und Sanitärarbeiten wie auch die Elektro-Installation ergeht der Auftrag zum Preis von rund 19 000 Euro und 11 000 Euro an das Kissinger Unternehmen Hüfner-Consult. Den Vertrag für die Schadstoffuntersuchung erhielt die Firma B&O zum Angebot für rund 6600 Euro. Der Architektenvertrag lautet auf die Summe von 99 000 Euro, die Kosten der Tragwerksplanung auf etwa 2100 Euro. Die genannten, voraussichtlichen Preise beziehen sich auf die Leistungsphasen ein bis drei.


Entscheidung für Kleinpflaster

Ein Nachtragsangebot für ein Kleinpflaster in der Kissinger Straße fand die Zustimmung des Gremiums. "Die bisher verwendeten Steine im Gehweg-Bereich vor dem Torhaus zu verwenden ist unmöglich. Wir sollten hier ein kleineres Pflaster einbringen was allerdings auch einen anderen Unterbau bedingt", begründete die Bürgermeisterin, die für den Mehrpreis von 6800 Euro "grünes Licht" erhielt.

Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) vergab der Rat die Aufträge für ein Verkehrs- und ein Entwicklungskonzept im Markt Euerdorf. Die vom Gemeinderat und von Lenkungsgruppen eingebrachten Vorschläge sollen in einer Bürgerversammlung präsentiert werden. Für beide Planungen erhielt das "Planwerk Nürnberg" den Zuschlag zum Preis von rund 51 000 Euro und 16 700 Euro abzüglich dreieinhalb Prozent Rabatt. Das mit bis zu 60 Prozent geförderte Verkehrskonzept soll Defizite, Tageszeitenbelegung der Parkplätze und die Parkraumbewirtschaftung beinhalten. Das Konzept für den Einzelhandel ist mit der Regierung von Unterfranken abzustimmen.


Kompromiss beim Zuschuss

Einen Kompromiss fand das Gremium zum Antrag des TSV Euerdorf, der um einen Zuschuss für Ballfangnetze nachsuchte, deren Kosten sich auf 570 Euro belaufen. Michael Fell lehnte dieses Ansinnen ab, da der TSV noch keinen Jahresbericht für das Jahr 2014 vorgelegt habe. Für eine Förderung der gesamten Kaufsumme plädierte dagegen Gisela Bergel, die an die relativ hohe Förderung für den SV Wirmsthal erinnerte. Hofmanns Vorschlag, die Netze mit 300 Euro zu bezuschussen, fand die Mehrheit des Ratsgremiums.

Seinen Beschluss zur Bauhoferweiterung musste der Marktgemeinderat außer Kraft setzen. Wie die Bürgermeisterin mitteilte, sind die veranschlagten Kosten von 20 000 Euro inzwischen auf das Vierfache gestiegen. "Aufwand und Nutzen stehen in keinem Verhältnis mehr", so Schießer, der der Rat mit seinem Votum beipflichtete.