Manches Hobby birgt unerwartete Gefahren in sich: "Stricken macht süchtig", sagt Ingrid Nöth aus Ramsthal und lacht. Beim Strick-Treff im "Haus erLebenskunst", der ehemaligen Ramsthaler Schule, gehen im Winter-Halbjahr im Schnitt rund ein Dutzend Frauen jeden Dienstagabend ab 19 Uhr gemeinsam ihrer "Sucht" nach. "Bei mir fing das in der 3. Klasse mit Häkeln an", erinnert sich Margit Schneider an den Einstieg. Die 50-Jährige hat das Treffen ins Leben gerufen.

Bis zu 15 Frauen aus der Region

"Die Idee ist, dass man sich auch gegenseitig hilft", sagt Margit Schneider über die Treffen. Ob es ums Häkeln einer Boshi-Mütze geht, jemand einen ganzen Pullover strickt oder eine andere sich an der Ferse einer Wollsocke versucht: "Wenn es einem einmal gezeigt wird, ist es viel einfacher." Zwischen acht und 15 Teilnehmerinnen kommen zu den Terminen am Dienstag - "von der Jugendlichen bis zur 75-Jährigen", berichtet Schneider. Der Durchschnitt liege bei Ende 40, die Frauen kommen zum größten Teil aus Ramsthal, aber auch aus den umliegenden Orten kommen regelmäßig Strick-Begeisterte dazu.
"Ich find's schade, dass so vieles im Verborgenen entsteht und nie gezeigt wird", dachte sich Margit Schneider und regte an, dass die Kreationen der Teilnehmer auch mal öffentlich gezeigt werden. Die Idee kam gut an, am Sonntag, 22. März, gibt es von 14 bis 18 Uhr die Ausstellung "Auf die Wolle...fertig...los" im "Haus erLebenskunst". Und wer am Sonntag Lust aufs Häkeln oder Stricken bekommt, kann später auch mit ins Strick-Café kommen - im Sommer-Halbjahr allerdings nur noch einmal im Monat, denn: "Im Sommer ist der Garten wichtiger", sagt Margit Schneider.
Für die Ausstellung backen die Teilnehmerinnen auch hausgemachte Kuchen und das Ramsthaler Bücherei-Team stellt in der alten Schule Bücher rund um Wolle und deren Verarbeitung aus.