Die Gemeinde zieht eine Alternative zur Kanalsanierung in "Klein-Aura" in Erwägung. Bisher galten ein Teil-Neubau und Inliner-Verfahren sowie eine Erneuerung der Straßendecke als Favorit. Bei der sich jetzt bietenden Möglichkeit käme eine neue Wasserleitung und die Komplett-Sanierung der Elfershausener Straße/ Am Rasen hinzu.
Der Vorschlag ist eine Anregung des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE). Dieses wies auf das ELER-Programm hin, das bei Nutzung bis zu 50 Prozent Förderung in Aussicht stellt, die allerdings erst nach Abzug der Anliegerbeiträge zum Tragen kommen. Der Aufbruch der Straße und deren Wiederherstellung würden jedoch im Voraus in Abzug gebracht.


Grobe Kostenschätzung

Den Vorteil für die Anlieger sah Bürgermeister Thomas Hack im Vollausbau der genannten Straße, die bei einer Nur-Deckensanierung wellig und bucklig bleiben würde. "Damit hätten wir für die nächsten 30 bis 40 Jahre Ruhe", meinte er. Dazu käme eine modernisierte Wasserleitung und die Umstellung der dortigen Grundstücke auf ein Kanal-Mischwassersystem.
Mit der ursprünglichen Planung, die nur einen Teil-Ausbau vorsah, wollte die Gemeinde vorhandene Ressourcen nutzen und vorrangig bei den Straßenausbaubeiträgen sparen. "Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Elfershausener Straße und der Rasen in zehn bis 15 Jahren erneuert werden muss", vermutete Hack und fügte hinzu: "Jetzt gibt es noch Fördermittel."
Tiefbauplaner Matthias Kirchner gab zwar eine grobe Kostenschätzung ab, die jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Bestand haben dürfte. Einen Durchschnittswert von ungefähr 2800 Euro errechnet er als Beitrag für die Grundstücks-Besitzer - je nach Größe des Grundstücks. Kirchner wurde gebeten, eine genauere Kostenschätzung zu erstellen, die voraussichtlich in einer Anliegerversammlung zur Debatte kommt.
Eine Vorab-Planung legte der Tiefbau-Ingenieur auch für den Kanalbau in der Gartenstraße vor, wo ein Überlaufwerk (Notüberlauf) mit einer direkten Ableitung zur Saale entstehen soll. Im Zuge der Maßnahme regte Kirchner auch die Erneuerung der Wasserleitung vom "Bart-Club" bis zur Zehnt an, was der Gemeinderat derzeit nicht befürwortete.
Die Gemeinde Aura will ihre Fischteiche am "Wechselholz" verkaufen oder wieder verpachten. Die derzeitige Pacht läuft im nächsten Jahr aus, auch der bisherige Pächter zeigte Interesse. Doch seien auch andere Bewerber willkommen, betonte der Rathausobere. Gegen einen Verkauf stemmte sich Gemeinderat Martin Kaiser. "Eine Verpachtung ja. Aber Fisch- und Holzrechte verkauft man nicht und schon gar keinen Grund und Boden", mahnte er und stellte den Antrag, den Verkauf aus der Ausschreibung herauszunehmen.
Der Gemeinderat würdigte diesen Einwand jedoch nicht und stellte sich geschlossen gegen den Antrag. Mit Blick auf die Wartung der Teiche begrüßte der Bürgermeister die Möglichkeit, "Vergleichsangebote einholen zu können".
Kaisers Antrag ist jedoch nicht ganz von der Hand zu weisen. Handelt es sich bei dem idyllisch gelegenen Areal doch auch um ein lohnendes Ziel für Spaziergänger und Erholungssuchende, denen die Freude daran durch eventuelle, restriktive oder naturzerstörende Eingriffe eines neuen Besitzers nicht genommen werden sollte.
Letztlich macht auch die Bemerkung eines Auraer Bürgers vor der Türe des Sitzungssaals nachdenklich, der sagte: "Die Gemeinde muss nicht alles verkaufen, vom Rathaus bis zum Fischweiher. Wir möchten auch noch ein Stück unserer schönen Landschaft behalten."
Die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Schafhof sind nach Auskunft des Wasserwirtschaftsamts (WWA) auch als Teilbereich förderwürdig, wenn die Gemeinde bestimmte Pflichten, zum Beispiel Wartungsarbeiten, übernimmt.
Die Behörde signalisierte ebenso ihre Bereitschaft für die Planung eines ausgeweiteten Hochwasserschutzes nach der Saalebrücke "Am Rasen". Dieses Angebot fand einmütige Zustimmung.