Mit einem Ortstermin auf dem Rathausplatz begann am Donnerstag die Zusammenkunft des Gemeinderates in Wartmannsroth. Soll die alte Schule abgerissen werden? Auch das vor Jahren durch die Gemeinde Wartmannsroth erworbene landwirtschaftliche Anwesen "Landgraf" geriet in den Blick der Räte.
Entscheidungen über Gebäudeabrisse sind nicht gefallen. "Aber wir sollten uns im Rahmen der Dorferneuerung allmählich Gedanken machen, wie das Umfeld des Rathausplatzes gestaltet werden kann", sagte Bürgermeister Jürgen Karle. Neue Horizonte taten sich auf, als die Räte sich die freie Aussicht auf die Ortsdurchfahrt vorstellten. Braucht man das alte und sanierungsbedürftige Schulgebäude noch? "Die ansässige Pfarrgemeinde kann auf den ehemaligen Sitzungssaal im Rathaus ausweichen", so Karle.

Höhenunterschied ist ein Problem

Auch wenn man das seit Jahren verlassene Anwesen Landgraf abreiße und dadurch mehr Gestaltungsfreiheit für eine geräumige Anfahrt zu einem neuen Parkplatz hätte, ist eines nicht wegzudiskutieren: Es gibt einen gewaltigen Höhenunterschied zwischen Ortsdurchfahrt und Kirchengebäude. Karle: "Man kommt auch an der Spitzkehre nicht vorbei". Marcus Scholz stellte fest: "Zu steil für einen Rollstuhlfahrer." Christian Kohlhepp dachte an einen grünen Markt und an Feiern auf dem Rathausplatz: "Bei Regen sollte man sich unterstellen können." Verwaltungs-Geschäftsführer Daniel Görke: "Gestalterisch ist alles noch offen, die Fläche könnte auch ein Park mit Bänken werden oder mit neuen Gebäuden bebaut werden."
Die Bezeichnung Aussichtsturm wurde angesichts des Planentwurfs zu einer hügelähnlichen Aussichtsschnecke relativiert. Der entsprechende Antrag der Gemeinde Wartmannsroth erhielt von den Räten grünes Licht. Ähnlich einer überdimensionalen Kräuterschnecke soll dieser etwa fünf Meter hohe Hügel den zukünftigen Brennerweg am Binsrain (Schwärzelbach) zieren. So können sich Wanderer einen Überblick verschaffen. Auch ein Insektenhotel sei an dieser Stelle möglich.
Erneut flammte die Diskussion um die Benutzungsgebühr für private Veranstaltungen in öffentlichen Gebäuden wie Feuerwehrhäusern und Sportheimen auf. Anlass sei die Kritik der Feuerwehrleute aus Dittlofsroda, so Karle. "Sollen durch Ehrenämter verdiente Leute, die sich womöglich mit Eigenleistungen in den Bau einbrachten, auch noch für die Benutzung zahlen?", zitierte Karle die Floriansjünger. Vielleicht sollte eine gemeindliche Ehrenamtskarte für Nachlass bei den Gebühren sorgen? "Ein Bonus würde motivierend wirken", meinte Lothar Haas. Stefan Schottdorf und Herbert Aul waren sich jedoch einig, dass auf Begleichung der Betriebskosten nicht verzichtet werden könne. Eine erneute Abstimmung gab es nicht.

Im Grundsatz für Ökostrom

Der Stromverbrauch der Gemeinde Wartmannsroth hat längst die 200 000-Euro-Marke überschritten. Deshalb muss gemäß EU-Vorgabe der Stromversorger erneut ausgeschrieben werden. Die Räte entschieden sich im Grundsatz für Ökostrom, der allerdings um etwa fünf bis sechs Prozent teurer ist. Die Forststraße in Neuwirtshaus wurde zur Hauptstraße klassifiziert. Dies hat Auswirkungen auf die Straßenausbau-Beiträge, zu denen die Anlieger zur Kasse gebeten werden. Im Zuge der baldigen Sanierung der Ortsdurchfahrt Wartmannsroth sollen die Kanal- und Wasserleitungen inspiziert und mit einem geografischen Informationssystem (GIS) erfasst werden, beschlossen die Räte. Durchgewinkt wurde die Änderung des Bebauungsplans "Lagfeld" der Gemeinde Gräfendorf, weil es die Belange von Wartmannsroth nicht berühre, so Karle.