Regen kühlte die Wanderer rund um die Gemarkung Völkersleier bei ihrem Grenzgang ab. Die Feldgeschworenen und Jagdgenossen hatten eine etwa acht Kilometer lange Route vorbereitet, die sich an der Gemarkungsgrenze von Völkersleier im Bereich des Jagdbogens 1 orientierte. Dort wurden allen Teilnehmern die Grenzen aufgezeigt.

Die Steine entdecken

"Vor einem Jahrzehnt gab es den vergangenen Grenzgang", sagt Feldgeschworener und dritter Bürgermeister Kurt Selbert. Wenn der nächste Grenzgang ebenfalls erst in zehn Jahren stattfindet, werden die Jugendlichen, die jetzt mit großer Freude an dieser Wanderung teilnahmen, zumeist schon erwachsen sein. Gefreut hatten sich Paul, Noah, Laura, Martin, Moritz und Philipp über ihre reichliche Beute. Denn wer als Erster den nächsten Grenzstein auffand, durfte zur Belohnung in den kleinen Geldsack greifen und sich eine Münze angeln.

Lehrreich war ein Pflanzenquiz, bei dem die Jugendlichen anhand der Blätter die zugehörigen Baumarten errieten: zum Beispiel Ahorn, Fichte, Birke, Kirsche, Vogelbeere, Buche, Aspe oder Eiche.

Nachbesserungen fällig

Start war am Brandteich. Von dort aus ging es bergauf über Stock und Stein, also vorbei an den rund 60 Grenzsteinen. Zunächst Richtung Dorfgrenze hin zu Wartmannsroth und später hin zu Dittlofsroda. In Sichtweite waren das Sportplatzgelände, der Steinküppelberg, der Brotweg, der Nattenbach und der Frohnbach. An der Richtung Heiligkreuz gelegenen Jagdhütte war gegen Mittag das Ziel. Der Vorsteher der Jagdgenossen, Reinhold Haas, bestätigte, der Grenzgang habe sich gelohnt. Seien doch etliche Nachbesserungen fällig wegen fehlender oder vom Pflanzenwuchs überwucherter Grenzsteine.

Jagdpächter Markus Sell freute sich über so viel Besuch. "Die Stimmung war unterwegs gut bei den Grenzgängern", bestätigte Haas. Am Ziel und an zwei Haltepunkten auf der Wander strecke sorgte das Getränkeauto für Erfrischung. "So ein Grenzgang ist ein Stück Heimat", waren sich Haas und Selbert einig. Wann es den nächsten Grenzgang gib, sei noch offen. Zehn Jahre oder länger wolle man nicht damit warten.