Die Anlieger des Marktplatzes in Oberthulba hatten sich im Rathaus getroffen, um über die Gestaltung des Marktplatzes zu diskutieren und ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern. Nach zweieinhalb Stunden konnten deren Wünsche konkretisiert werden: Aus Kostengründen lieber Asphalt als Pflaster und eine zufriedenstellende Lösung für das Parken. Außerdem soll der Bildstock nicht einer Brunnengestaltung zum Opfer werden. Bei den Straßenleuchten soll es LED geben.

Der Marktplatz in Oberthulba hat eine begrenzte Größe, mit der man zurechtkommen muss. Das sahen die Anwohner auch nach mehreren Gestaltungsvorschlägen des Planers Valentin Dietz. Der hatte die alten Linden und vor allem den Brunnen als optische Anreize im Blick. Und wenn dieser "Justitia"-Brunnen (gegenüber dem ehemaligen Gerichtsgebäude, heute Gasthaus "Schwarzer Adler") noch mit einer Freitreppe oder großflächigen Einfassung hervorgehoben werden soll, dann gerät der Bildstock an den optischen Rand. Das war für einige Anlieger nicht vereinbar mit der noch heute ausgeübten Funktion des Bildstocks als Altarstation bei kirchlichen Prozessionen.


Lösung in Aussicht gestellt

Hellwach waren vor allem die Geschäftsleute und Vermieter rund um den Marktplatz, einschließlich des Einmündungsbereichs Untere und Obere Ecke, als es um die Frage nach Parkplätzen ging. "Einen Parkplatz für jeden Anwohner, weitere Kurzparkplätze für die Kunden dortiger Geschäfte und die Gäste der Gastwirtschaft ,Schwarzer Adler‘ - dazu reicht der Platz nicht aus", stellte Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/ FW) fest. Er versprach allerdings, sich für eine praktikable Lösung einzusetzen. Auch weil die Poststelle in Thulba bald schließt, sollen Postkunden eine Gelegenheit zum Kurzparken erhalten.

Weiterhin machten sich die Anwohner damit vertraut, dass in Zukunft nicht mehr um den Marktplatz wie in einem Kreisverkehr herumgefahren werden soll. Denn die bisher gewohnte Durchfahrt im Bereich der Gastwirtschaft soll dann verschwinden. Wer von der Kissinger Straße in die Untere oder Obere Ecke fahren will, kann erst in Höhe der Kreuzung Kirchgasse abbiegen. "Auch für dicke Lkw wird das möglich sein", versicherte Schlereth.
"Die Kanaluntersuchungen sind noch nicht beendet", berichtete Planer Andreas Fischer. Er empfahl, die Hausanschlüsse der Wasserleitungen zu erneuern und Gasanschlüsse zu installieren. "Billiger kommt man nicht mehr dran, wenn die Schächte jetzt offen sind", so Fischer. Freilich seien auch Glasfaserleitungen für die Internet-Breitbandversorgungen vorgesehen. Ein Anwohner beschwerte sich über Risse in seinem Haus, die seiner Meinung nach durch die Baumaßnahmen verursacht wurden.

"Heute gibt es keine konkreten Zahlen", hatte Schlereth schon im Vorfeld angekündigt. Noch sei es zu früh, im Detail die Kosten zu benennen. Dass die Anwohner laut Straßen-Ausbausatzung des Marktes Oberthulba an den Kosten beteiligt werden, stand außer Frage. Kämmerer Klaus Blum erklärte die rechnerischen Vorgaben.


Bauzeit ein bis eineinhalb Jahre

Jetzt muss der Gemeinderat dem Projekt Marktplatz zustimmen, dann wird beim Amt für Ländliche Entwicklung der Antrag eingereicht und danach der Bauauftrag ausgeschrieben, erklärte Schlereth das weitere Vorgehen. Die Baustelle Marktplatz wird es dann für ein bis eineinhalb Jahre geben.