Nach mehreren Jahren der Diskussion und Planung kann es nun endlich losgehen: Albrecht Eyrich-Halbig hat seit wenigen Tagen die Baugenehmigung für den Seniorenwohnkomplex auf dem einstigen Sägewerksgelände. Noch in diesem Monat starten die Arbeiten, so der Zeitplan von Eyrich-Halbig. Das Gelände ist vorbereitet. Bereits im Frühjahr ließ der Unternehmer die letzten Mauerreste des Sägewerks schreddern.

Auf dem Karree zwischen der Quellenstraße, der Straße Zum Weißen Kreuz und der Straße An der Ziegelei entstehen ein Seniorenheim und ein Haus für betreutes Wohnen. Bis Ende September soll laut Eyrich-Halbig der Rohbau des Pflegeheims errichtet sein. Derzeit werden im eigenen Holzbaubetrieb die Pläne für die Produktion der Wandelemente aufbereitet. Denn die beiden Häuser werden überwiegend in Holzrahmenbauweise hochgezogen. "Es wird ein Vorzeigeobjekt - auch für die hiesigen Firmen", sagt Eyrich-Halbig.

Das Seniorenheim bietet 40 Pflegeplätze in 32 Einzel- und vier Doppelzimmern. Im kommenden Mai soll es bezugsfertig sein. "Es gibt schon einige Anfragen aus der Großgemeinde", erklärt Eyrich-Halbig. Es wird noch einen Informationsabend geben, bei dem er den Einwohnern von Oberthulba sein Bauprojekt vorstellt. Den Betrieb der Einrichtung übernimmt die Carl-von-Heß´sche Sozialstiftung Hammelburg. Eyrich-Halbig: "Es gibt einen langfristigen Miet- und Pachtvertrag."

Die Stiftung gliedert das Seniorenheim bei der Essensversorgung an das Haus Waldenfels in Bad Brückenau an. Dieses wird das Haus in Oberthulba beliefern. "In Zeitlofs läuft es analog", sagt Marco Schäfer von der Stiftung.
Zu den Betreuungsplätzen im Seniorenheim kommt noch ein Angebot an betreutem Wohnen dazu: In einem separaten Gebäude warten acht Eigentumswohnungen auf Käufer. "Vier feste Interessenten habe ich schon", sagt Eyrich-Halbig. Die Heß´sche Sozialstiftung verwaltet das Gebäude mit, wie Schäfer bestätigt.

Allerdings wird das Wohnhaus etwa drei Monate später fertig als das Seniorenheim, auf das sich die Arbeiten zunächst konzentrieren. "Die Lärm verursachenden Tätigkeiten", verspricht Eyrich-Halbig, "sind mit Beginn des Pflegebetriebs jedoch bereits vorbei."

Alles in allem beziffert Eyrich-Halbig die Investition auf mehr als vier Millionen Euro. Die Häuser erfüllten die Energieeffizienzkriterien der KfW-Programme.

Mit der Bebauung verschwindet eine Brachfläche mitten im Ort. Auf ihr stand bis vor wenigen Jahren ein Sägewerk. Eyrich-Halbig gab es auf - auch wegen Lärmbeschwerden aus der Nachbarschaft. "Wir haben uns überlegt, was wir mit dem Gelände machen", berichtet Eyrich-Halbig. Mit Märkten sei Oberthulba ja versorgt. So gab es Gespräche mit der Gemeinde. Die ermittelte daraufhin im Jahr 2011 den Bedarf an Seniorenwohnplätzen. In einer Umfrage erfasste sie, wie die Einwohner von Oberthulba im Alter wohnen möchten, was sie sich wünschen und was ihnen wichtig ist.

Das Ergebnis bestärkte die Absicht, im Ort selbst ein Angebot an Pflegeplätzen zu schaffen. Als nächster Schritt folgte die Suche nach einem Betreiber. Das alles und die vielen Vorschriften, die es zu beachten gilt, machten aus dem Vorhaben ein langwieriges Projekt, das nun auch sichtbar Form annehmen wird.