Das Weingut Neder bietet seinen Kunden künftig nicht nur Wein, sondern zugleich einen Panoramablick auf den Ort. Die Familie Neder baut an ihr Betriebsgebäude eine Vinothek an. Der Probierraum im Obergeschoss bekommt eine großzügige Glasfront. Dank der Hanglage öffnet sich den Gästen eine weite Aussicht.

Die bisherige Probierstube ist zu klein geworden. Die neue Vinothek soll die gewandelten Ansprüche bedienen. "Der Kunde erwartet das von uns", sagt Helga Neder. Ein Betrieb, der an den Fachhandel liefert, brauche keine Vinothek. Bei einem Betrieb mit direktem Kundenkontakt sei dies jedoch anders, erklärt Lorenz Neder.

Eröffnung im kommenden Jahr

Und kaum hat er das gesagt, schaut wie zur Bestätigung das Ehepaar Beck überraschend vorbei. Die Wirtsleute vom Gasthaus Zellertal (Landkreis Schweinfurt) und enge Kunden möchten die Baustelle besichtigen, um sich ein Bild davon zu machen, was die Familie plant.

Nachdem schon mehrere Wochen seit Baubeginn vergangen sind, nimmt das neue Gebäude Konturen an. Sie lassen das Aussehen der Vinothek in groben Zügen schon erahnen. Die Eröffnung ist aber erst für das kommende Jahr geplant. Die Gestaltung der Räume erfordere schließlich auch einiges an Überlegung, meint Helga Neder.

Für die Familie ist allerdings wichtig, dass der neue Lagerraum bis Herbst fertig wird. Denn das Vinothekgebäude stellt nicht nur neue Räumlichkeiten für Präsentation und Verkauf, sondern auch für die Produktion selbst zur Verfügung.

Der neue Lagerraum soll Platz im jetzigen Betriebsgebäude freiräumen. Dadurch können die Abläufe effizienter organisiert werden.

Mit der Zeit sind nicht nur neue Maschinen, zum Beispiel für die Etikettierung, dazugekommen. Die bauliche Erweiterung spiegelt auch einen Zuwachs des Betriebs selbst wider. So hat sich die Anbaufläche in den vergangenen paar Jahren laut Lorenz Neder etwas mehr als verdoppelt. Zum Betrieb gehören mittlerweile mehr als elf Hektar Rebfläche in Ramsthal, Wirmsthal und bei Westheim. Ein großer Teil der erworbenen Weinberge musste neu angelegt werden, wie Lorenz Neder erklärt.

Der Jungwinzer ist für den Ausbau der Weine zuständig. Diese Aufgabe teilt er sich mit seinem Vater. "Beim Geschmack sind wir uns relativ einig", sagt Lorenz Neder. Das Weingut verzichtet bei der Produktion zu einem überwiegenden Teil auf tierische Schönungs- und Klärungsmittel, erwähnt er am Rande. Der Grundstock des Betriebs stammt von seinem Großvater, später übernahm der Vater den Weinbau. Die Familie nutzte zunächst verschiedene Keller im Ort, bevor sie sich vor mehr als 20 Jahren im heutigen Neubaugebiet ansiedelte.