Der Kindergarten St. Marien bekam vor noch nicht einmal zehn Jahren als erste Einrichtung in der Stadt Krippenplätze. Die reichen heute nicht mehr aus.

Das Verhalten der Eltern hat sich gewandelt, wie Kerstin Augsburg berichtet. Diese bringen ihre Kinder immer früher in die Einrichtungen, erklärt die Geschäftsführerin der beiden Kindergärten St. Marien und St. Josef. "Wenn Eltern sehr früh einen Platz brauchen, werden die Kinder sogar angemeldet, wenn sie noch im Bauch sind."

Übrigens: Mit der Flüchtlingsthematik haben die Kapazitätsengpässe in den Krippen gar nichts zu tun. Wie Augsburg anführt, zählt der Kindergarten St. Marien gerade ein Flüchtlingskind in St. Josef gebe es überhaupt keines. Laut Silke Preyer von der Stadtverwaltung gehen fast alle Kinder schon ab einem Jahr in den Kindergarten. Damit sind sie länger in den Einrichtungen: fünf statt drei Jahre.

Der Kindergarten St. Marien hat sich zunächst damit beholfen, Plätze in Vormittage und Nachmittage zu splitten. Da die Nachfrage aber weiter vorhanden ist und die Splittung Verwaltungsaufwand mit sich bringt, stellte die Einrichtung einen Erweiterungsantrag wie Augsburg erklärt.

Die Zahl der Krippenplätze soll um zwölf auf dann 26 erhöht werden. Der Einrichtung steht ein An- und Umbau bevor. Laut Verwaltung geht die Kostenschätzung des Architekten von fast 550 000 Euro aus. Die Bischöfliche Finanzkammer, die Kirchenstiftung und die Stadt teilen sich die Kosten, wobei Zuschüsse von bis zu 80 Prozent aus einem Sonderprogramm in Aussicht stehen.

Im Diebacher Kindergarten St. Georg sollen drei neue Krippenplätze und acht neue Regelplätze entstehen. Dafür wird das Dachgeschoss umgenutzt. Das Untergeschoss bekommt einen zusätzlichen Schlafraum für Krippenkinder. Kosten für den Umbau: rund 15 000 Euro. Die Stadt trägt die Ausgaben für das eigene Gebäude. Nach Angaben von Preyer stehen auch in Diebach Krippenkinder auf der Warteliste. Die Einrichtung ist für zwei Jahre voll ausgebucht.

Der Kindergarten St. Michael bekommt von der Stadt einen Zuschuss für eine Brandschutztür. Mit der damit verbundenen Nutzungsänderung können bereits anerkannte Plätze nun auch voll belegt werden.

Ein besonderer Fall ist der Kindergarten in Obereschenbach. Er ist die einzige Einrichtung, die bisher nicht saniert wurde. Es gibt also Nachholbedarf. Allerdings ist die Lage in dem Stadtteil nicht gleichermaßen akut wie in der Kernstadt. Denn für Obereschenbach sind sinkende Kinderzahlen zu erwarten. Daher wird die Einrichtung wohl die Landkindergartenregelung beantragen.

Eine erste Schätzung geht von mindestens 600 000 Euro für die Renovierung des Gebäudes aus. Im September soll eine Begehung mit der Bischöflichen Finanzkammer und dem Bauamt der Diözese als Entscheidungsgrundlage dienen.