Schon seit der Eingemeindung feiern die Feuerwehren Ober- und Untereschenbach zusammen den Gedenktag ihres Patrons St. Florian. Auch dem "roten Hahn" und allen weiteren, den Wehren zufallenden Aufgaben, trotzen sie seit langem gemeinsam, bestätigen die Kommandanten Benno Zellhan und Ivo Straube.
Die Männer aus den beiden Stadtteilwehren kennen sich untereinander seit langem, was den Vorteil bringt, dass "man sich aufeinander verlassen kann", sagt Bernhard Graf aus Obereschenbach. Der 58-jährige Kfz-Mechaniker - heute Hauptfeuerwehrmann und Maschinist - kam mit 15 Jahren zu den Floriansjüngern, in einer der ersten Feuerwehr-Jugendgruppen des Landkreises.
"Wir sind 1972 geschlossen eingetreten und haben schöne Zeiten erlebt. Die Jugendzeltlager im Schondratal und am Farnsberg, Feuerwehrfeste und die Einsätze haben die gute Kameradschaft geformt", schwärmt er. Aber auch schlimme Erinnerungen haben sich ins Gedächtnis gegraben, bestätigt sein Kamerad Martin Holzinger, der bereits sein 40. Dienstjubiläum gefeiert hat - tödliche Unfälle auf der Bundesstraße und an der "Hainbuche" und einen Mitstreiter, der beim Löschen eines Brandes umkam. Dennoch sagen beide: "Wir bleiben bis zum Ende der Dienstzeit".
Der Dienstälteste bei den Untereschenbachern ist Konrad Hoffmann. "Ich habe mit 60 Jahren um eine Verlängerung nachgesucht und will auch weiter zur Verfügung stehen", unterstreicht er. "Zu meinem 18. Geburtstag wurde ich von Bürgermeister Julius Bayer mit Handschlag in die Wehr aufgenommen" erzählt der Hauptfeuerwehrmann stolz, der "schon ewig" Kassenprüfer ist. Was ihm in der Erinnerung haften blieb, war der Brand auf Schloss Saaleck in den 70er Jahren. "Das war eine schlimme Sache. Ich habe die Sirene ausgelöst und bin dann gleich mit in den Einsatz gefahren", weiß er noch "wie heute".
Den Florianitag begingen die befreundeten Wehren in Obereschenbach mit einer Kirchenparade und einer Messe, die Stadtpfarrer Thomas Eschenbacher zelebrierte. Begleitet von den Eschenbacher Musikanten marschierten die Wehren mit Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) und den neuen Stadträten zum Fest im Schulungsaal.

Fahrzeuge sind zu alt

Dabei tauschten sich auch die Kommandanten Zellhan und Straube aus, die mit dem Jugendkontingent in ihren - vergleichsweise kleinen - Wehren zufrieden sind. In Obereschenbach sind sieben junge Feuerwehrleute zu finden, in Untereschenbach zählt Straube elf Jugendliche in seinen Reihen. Was den Wehren Sorge bereitet sind ihre Fahrzeuge. Der Obereschenbacher Veteran hat inzwischen 30 Jahre "auf dem Buckel", in der Nachbarwehr kommt das Fahrzeug auf 17 Jahre. "Auch wenn sie gepflegt sind, müssen die Fahrzeuge wenigstens einigermaßen auf dem Stand der Technik sein", gibt Zellhan zu bedenken. "Der Atemschutz ist zudem mittelfristig unabdingbar", fügt Straube hinzu.
Neue Technik bedingt neue Fahrzeuge, die wiederum größere Gerätehäuser benötigen. Da hat die Stadt Hammelburg, die bereits den Bedarf ermittelte, ein weiteres (finanzielles) Problem am Hals. Was bisher gut funktionierte - die Zusammenarbeit mit der Hammelburger Wehr, die die Stadtteile mit Ausbildung und Gerät unterstützt - kann auf Dauer keine Lösung sein. "Letztlich sind wir, die Kommandanten, diejenigen, die die Verantwortung tragen", vollendet Benno Zellhan.