Die Verknüpfung des "Horbich"-Weinfests mit dem 140. Gründungsfest der Feuerwehr entpuppte sich als wahrer Glücksgriff. Musik, Riesenstimmung, fröhliche Menschen, kulinarische Leckereien, erlesene Weine und zugkräftige Gags sorgten für den Erfolg dieser Doppel-Veranstaltung. Veranstalter des Weinfestes waren die Freiwillige Feuerwehr und die Untererthaler Musikanten.
Ob solcher Umstände vergaßen die Floriansjünger schnell die harte Arbeit bei der vorangegangenen Sammelübung. Dabei wurde ein Feuer auf dem Gelände der Holzverarbeitungsfirma Kess angenommen, bei dem eine Maschine in Brand geraten war, der auf das Holzlager überzu-greifen drohte.
Kommandant Robert Gerlach erarbeitete und leitete die Übung und koordinierte sie mit dem Verantwortlichen der Firma für Brandschutz und Arbeitssicherheit, Christian Gabel, dem von Dennis Frey geleiteten Wasserwacht-Rettungsdienst sowie den Feuerwehren aus Untererthal, Hammelburg, Obererthal, Diebach und Untereschenbach. Aufgabe war es dabei auch, eingeklemmte Personen zu retten und Vermisste aufzuspüren.
Abgesehen von Situationen die nicht voraussehbar sind, konnte der fiktive Einsatz in den Augen der Kreisbrandmeister. Elmar Eisenmann, Klaus Wüscher und Oliver Lukaschewitsch bestehen. "Der Aufbau und die Absprachen unter den Wehren waren in dem weitläufigen Gelände gut gelöst", lobten die Kreisbrandmeister. Auch Firmenbesitzer Hans Kess zollte der eindrucksvollen Demonstration seine Anerkennung und übergab jedem Teilnehmer einen Gutschein für das Fest.

Oldies, Rock'n'Roll und Schmalz

Das setzten die "Rossinis", die "fränkischen Italiener", mit den Künstlernamen Umberto, Claudio und Bernardo, in Gang, nachdem der Begrüßungsparcours bewältig war. Dabei hieß auch die Wirmsthaler Weinprinzessin, Marlene Büttner, die Gäste willkommen und feixte keck: "Den Fröschen das Wasser, den Menschen den Wein". Weil die Horbich - der Haarbach - inzwischen verrohrt unter dem Pflaster vor dem Gerätehaus verläuft, fanden sich nur wenige Frösche im Publikum.
Nachdem die "Franken-Italiener" ein langes, musikalisches Feuerwerk aus Oldtimer-Songs, Rock 'n' Roll-Fetzer und Italo-Schmalz gezündet hatten, kam es um 23 Uhr zum ersten von zwei Entscheiden des berühmten "Weinwiegens". Dabei zog die Weinprinzessin eines der mit Namen des Käufers versehenen Lose, dessen Körpergewicht in Weinflaschen aufgewogen wird.
"Er heißt Karl und kommt nicht aus Untererthal", folterte Moderator Andreas Heilmann die gespannt wartenden Besucher. Karl war der Nachname des Gewinners, denn der hieß mit Vornamen Albert. Der Glückliche war ein Oberpfälzer aus Wenzenbach, ist Feuerwehrkommandantdort, wiegt rund 120 Kilo und besuchte Freunde in Untererthal.
Jetzt kamen Heilmann und der Preislieferant, Klaus Schäfer, ordentlich ins Schwitzen. Ein Kasten nach dem anderen wanderte auf die Gegenseite der überdimensionalen Waage. Bis sich Albert langsam in die Luft bewegte, waren es sieben Kisten Wein je 12 Flaschen wobei der Moderator dem Gewinner sogar noch einen Maßkrug Wasser anbot, den der tatsächlich auf einen Zug austrank, was ihm noch einige Flaschen Domina einbrachte. Gefragt, was er denn mit dem vielen Wein mache, meinte er: "I moch mei eigns Weinfest mit die Kameraden und die Freunde". Der Gewinner am Sonntagabend war der Untererthaler Florian Baus. Seinen Wein wird er jetzt an seinem bevorstehenden Polterabend ausschenken.