Rund 100 Erstsemester waren heuer auf dem Schlossberg zu Gast. Catherine Galliou aus Mannheim kümmerte sich um sie. "Zum einen sind es Musiker, zum anderen Bachelorstudenten, die lernen wollen, wie man Events und Konzerte organisiert und das Publikum musikalisch begeistert", erläuterte die Projekt-Managerin und Dozentin.
Englisch ist die von allen Teilnehmern verstandene Sprache, die auf den Gängen der Akademie erklang. Neben den Deutschen reisten auch Gäste aus Utrecht und Tilburg in den Niederlanden, aus dem belgischen Hasselt, aus London und Dublin sowie Kalmar in Schweden an. Sogar junge Leute aus Chicago kamen nach Hammelburg.

Zwölf Bands formiert

In der Camp-Woche waren musikalische Proben von zwölf, erst in der Akademie zusammengestellten Bands zu hören. Gearbeitet wurde aber auch an Computerplätzen und Schreibtischen. "Dort werden die organisatorischen Ablaufpläne erstellt, angefangen von Künstlerverträgen und Kostenkalkulation bis hin zum Konzert", erläuterte die Projektleiterin.
Seit neun Jahren gibt es das jährliche Camp. Galliou selbst war das fünfte Mal dabei. "Was ich hier besonders schätze, das ist die Abgeschlossenheit von der Außenwelt", sagte sie. In einer solchen Atmosphäre lässt sich sehr gut arbeiten. Diese Rückmeldung haben ihr auch die Teilnehmer gegeben. "Hier trifft die Geschäfts- und Musikwelt auf die angenehme Stille einer Klosterwelt", meinte Galliou.

Staunende Großstädter

Die meisten Camp-Teilnehmer sind nach der Landung am Flughafen in Frankfurt mit dem Zug angereist. "Besonders die Großstädter staunen über die ländlichen Verhältnisse rund um Hammelburg", hat Galliou beobachtet und ergänzte: "Als sehr angenehm wird die freundliche Willkommens-Atmosphäre im Haus empfunden." Und auch der Küche zollte sie großes Lob.
Wer glaubt, dass die Studenten eines Tages mühsam nach Jobs suchen, der liegt zumindest derzeit falsch. "Im Gegenteil, es werden sowohl gute Pop-Musiker als auch Konzert- und Eventmanager gesucht", bestätigte Galliou. Als Beispiel nannte sie den Erfolg der Band "Wallis Bird" und deren Agenturleiter Peter Putz, die vor neun Jahren die ersten Gäste des Camps in der Musikakademie waren.

Strenges Auswahlverfahren

Die Messlatte liegt hoch bei diesem Camp. "Hier wird schnell und zuverlässig gearbeitet, auf hohem Level musiziert und flexibel reagiert", hielt Galliou fest. In einem strengen Auswahlverfahren werden die Teilnehmer an ihren heimatlichen Hochschulen ausgewählt.
"Keiner kennt die anderen Teilnehmer", so Galliou. Und für jeden Gast gibt es nur ein einziges Mal die Gelegenheit zur Teilnahme. "Zu hoch ist die Nachfrage", erklärte die Projekt-Managerin.