Die Patres der Franziskaner waren Stationare für die beiden Orte - seit 1722 in ununterbrochener Tradition. Diese endet nun mit der Schließung des Klosters.

In einem eigenen Gottesdienst in der Kirche St. Cyriakus verabschiedeten die Gläubigen Pater Bonaventura Kohlmann und Pater Dagobert Scharf. "Die Gründe für den Weggang sind nachvollziehbar, aber nicht weniger bedauerlich", sagte Michael Rotschedl. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende erinnerte sich an seine Erstkommunion, die er bei Pater Bonaventura empfangen hatte. Damals, 1992, betreute Pater Bonaventura zunächst vorübergehend die Katholiken in Morlesau.

Nach seiner Rückkehr ins Kloster Altstadt im Jahr 2001 übernahm er dann durchgehend die Aufgabe als Stationar für Morlesau und Ochsenthal. Pater Dagobert unterstützte ihn seit 2011 dabei. "Für mich als Bub haben die Franziskaner immer dazugehört", erklärte Ortssprecher Tobias Knüttel. Auch zweiter Bürgermeister Reimar Glückler dankte für die seelsorgerische Arbeit.

Pater Bonaventura sprach von einer erlebnisreichen Zeit, die zu Ende geht. Er erinnere sich gerne an die Tauf- und Erstkommunionfeiern, an Kinder-, St.-Martin- und Nikolaus-Gottesdienste. Die Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung sei hervorragend gewesen.

In Anlehnung an einen Ausspruch des heiligen Augustinus sagte Pater Bonaventura: "Für euch bin ich Priester, mit euch bin ich Mensch." Die Gläubigen erwiderten mit Applaus. "Danke, dass es euch gibt", sagte Pater Bonaventura.

Pater Franz Josef Kröger, Provinzialvikar der Deutschen Franziskanerprovinz, dankte den Morlesauern für die Verbundenheit mit den Franziskanern. "Es gibt keinen Ort, den wir gerne verlassen." Durch den Weggang der Ordensbrüder werde aber keiner aus Gottes Hand herausfallen, gab er den Gläubigen mit auf den Weg.

Die jahrhundertelange Beziehung zum Kloster geht wohl darauf zurück, dass die Orte Morlesau und Ochsenthal einst Holz für den Klosterbau gestiftet hatten. Dank der Patres waren die beiden Hammelburger Stadtteile bisher seelsorgerisch überdurchschnittlich gut versorgt. Jetzt müssen sie sich in die Gottesdienstordnung der Pfarreiengemeinschaft "Am Sturmiusberg" einreihen, zu der sie gehören. Das bedeutet weniger Gottesdienste, die in einem unregelmäßigeren Rhythmus stattfinden.