Es ist der Wissensdurst, der Barbara Kufer antreibt: "Es fasziniert mich einfach, Neues zu entdecken und die gestellten Aufgaben zu lösen!" Und genau diese Motivation und ihre Begabung waren es, mit der es die 14-jährige Gymnasiastin des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg zur Teilnahme an der "JuniorScienceOlympiade" geschafft hat - ein internationaler Wettbewerb für junge Forscher der Naturwissenschaften.
Die Schülerin der 8. Klasse erhielt eine Einladung zur Teilnahme vom IPN Leibnitz (Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel) wegen der hervorragenden Leistungen beim Landeswettbewerb "Experimente antworten". Dreimal hatte sie hier bereits den "Superpreis" erhalten und wurde damit in München durch das Kultusministerium ausgezeichnet. Je Superpreis war es notwendig gewesen, in jeweils drei Runden mehrere experimentelle Aufgaben in der heimischen Küche oder Werkstatt zu bearbeiten und mit großem Erfolg zu dokumentieren. Und das hieß: Jede Menge freiwilliges Engagement zusätzlich zu den regulären Schulstunden innerhalb von drei Jahren, von der 5. bis zur 7. Klasse.


Erste Runde übersprungen

Durch diese "Vorleistungen" durfte Barbara nun in der 8. Klasse die erste Runde der Internationalen Junior-ScienceOlympiade überspringen und war automatisch für die "Quiz-Runde" qualifiziert. Diese erste Herausforderung meisterte sie ohne Probleme und trat mit der Bearbeitung einer 90-minütigen naturwissenschaftlichen Klausur in der zweiten Runde an. "Die Auswertung der Klausur ist noch offen, aber das waren wirklich richtig schwere Fragen, die wir so in der Schule noch nicht behandelt hatten", erklärt die 14-Jährige. So gab es Aufgaben in Chemie zur Analytik, wie Nachweis-Reaktionen, in Biologie wurden die Zellmembran und Enzyme behandelt und in Physik mussten beispielsweise Zugkräfte berechnet werden.
"Das waren Fragestellung jenseits aktuellen Schulwissens für Achtklässler", bestätigt auch OStRin Christine Kreß, die Barbara Kufer während der Wettbewerbs-Phase betreute. "Es ist schon herausragend, solche begabte Schüler betreuen zu können", bemerkt die Lehrerin weiter, die mit der Schülerin für diese Teilnahme außerhalb der Unterrichtszeiten trainierte.


Die 40 Besten

Vor der Klausur wurden die 40 besten bayerischen Schüler zu einem TrainingsCamp in Regensburg eingeladen, veranstaltet vom bayerischen Kultusministerium. Das Programm bestand aus Aufgabentraining in Chemie, Physik und Biologie. "Wir durften aber auch an die Uni Regensburg und dort Praktika in zum Beispiel Genetik und Chemie machen. Es war sehr aufregend dort in den Laboren zu arbeiten", freute sich Barbara über diese besondere Gelegenheit - für sie gleichzeitig das "Highlight" des Wettbewerbs.
Vom Ausgang der letzten Klausur hängt es ab, ob sich Barbara Kufer für die Auswahl zur internationalen ScienceOlympiade auf Bali qualifiziert hat: "Da bin ich mir nicht sicher, ob ich das geschafft habe. Die Aufgaben waren einfach zu schwer. Die besondere Herausforderung bei diesem Wettbewerb ist wohl, dass es hauptsächlich Stoff der 9. Klasse ist und der Wettbewerb bundesweit stattfindet. Die Lehrpläne sind in den einzelnen Bundesländern so unterschiedlich, dass es passieren kann, dass etwas in Bayern noch nicht im Unterricht behandelt wurde, was zum Beispiel in Thüringen schon dran war und umgekehrt. Anders als bei einer Schulaufgabe kann man hier also nicht alle Aufgaben lösen, darauf hat man uns auch vorbereitet. Für mich war es trotzdem ein toller Erfolg, dass ich zum Trainingscamp zugelassen wurde und die Klausur-Runde des Wettbewerbs erreicht habe. Es waren dort sehr aufregende, wenn auch anstrengende Tage in Regensburg. Neben dem Lernen gab es auch eine Stadtführung." Nun werden die bundesweit besten Teilnehmer aufgrund der geschriebenen Klausur ermittelt, diese werden zu einem weiteren Test nach Kiel eingeladen.


Forschung oder Medizin-Studium

Aus diesen Finalisten wird das Nationalteam gebildet, das dann nach Bali zur ScienceOlympiade fliegen darf. Für die 14-Jährige war die Teilnahme schon jetzt ein Gewinn: "Wichtig war es für mich, erste Erfahrungen bei einem solche Wettbewerb zu sammeln. Ich habe schon vor im nächsten Jahr wieder teilzunehmen." Aber auch an die weitere Zukunft denkt die Schülerin: "Später möchte ich schon einmal im naturwissenschaftlichen Bereich etwas machen, wie zum Beispiel ein Medizin-Studium oder Forschungen."

Wettbewerb
Der Auswahlwettbewerb zur Internationalen Junior-ScienceOlympiade (IJSO) ist die jüngste der sechs ScienceOlympiaden am IPN an der Universität Kiel, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Kultusbehörden der Länder gefördert werden.
Die IJSO fördert junge Talente in den Naturwissenschaften, wo Schule allein Wissensdurst und Forscherdrang nicht stillen kann.
Die IJSO will den Austausch unter der nächsten heranwachsenden Forschergeneration schon frühzeitig über Grenzen von Ländern und Kulturen hinweg stärken. Der Weg ins deutsche Nationalteam führt über einen vierstufigen Auswahlwettbewerb. Quelle: Uni Kiel