Einen wettermäßigen Glückstreffer landeten die Bulldogfreunde Vorrhön am Wochenende mit ihrem Schleppertreffen in Obererthal. Rund 200 historische Fahrzeuge fanden sich im Dorf ein. Die Vorhut kam schon am Samstag.
"Der Deutz 50 060, Baujahr 1968 und der Güldner, Baujahr 1952 gehören mir und meinem Bruder André", ist Besitzer Franz-Josef Kuchenbrod aus Untererthal stolz. Mit Liebe und viel Herzblut seien diese alten Schlepper gewartet, restauriert und gepflegt worden. "Nein, ich betreibe keine Landwirtschaft, es ist heutzutage reines Hobby für mich", versichert Kuchenbrod. Für Ausfahrten würden diese Fahrzeuge noch genutzt.
"Am Wochenende wird halt ein Wohnwagen hinten dran gehängt und dann geht's los zur Kurzreise zum Beispiel nach Thüringen - frei nach dem Lied: Resi, i´ hol´ Di´ mit´m Traktor ab!". Bei einem Durchschnittstempo von 20 bis 23 Stundenkilometer werde es eine beschauliche Reise. "Aber dann sieht man was von der Landschaft", schätzt Kuchenbrod die Entschleunigung als recht wohltuend ein. Knapp 13 Liter Diesel auf 100 Kilometer entspricht nicht mehr heutigen Maschinen. "Aber das Fahrgefühl auf so einem historischen Gerät ist unvergleichlich", schwärmt Kuchenbrod.
Mit eigener Kraft hat sich auch Hans Dünningers Lanz-Bulldog von Wittershausen zum Treffen bewegt. Das unverwüstliche Urgestein aus massivem Stahlblech beeindruckt mit lautem "Plopp-plopp-plopp". Dieser unüberhörbare Infraschall geht dem unbedarften Betrachter durch die Magengrube und trifft den begeisterten Bulldogfan mitten ins Herz. "Das ist Musik wie vom feinsten Orchester", freut sich nicht nur Dünninger. Während sich die Maltesergasse immer mehr mit solchen historischen Traktoren füllt, hat sich in der bergan gelegenen Vereinshalle der Bulldogfreunde schon Feststimmung ausgebreitet. Höchst zufrieden ist Vorsitzender Elmar Metzung: "Es ist wie das Treffen einer Großfamilie". Man kennt die rund 200 historischen Fahrzeuge und zumeist auch deren Besitzer. Die kommen nicht nur aus der Rhöner Landschaft, sondern auch aus der Fränkischen Schweiz, aus Hessen, dem Schwarzwald und Südbayern.
Da wird gefachsimpelt und es werden Geschichten erzählt, die im vergangenen Jahr passierten. Die Anzahl der noch erhaltenen Schlepper ist überschaubar. Die Besitzer sind oft schon Rentner und so freut man sich über die alten Bekannten. Doch gebe es auch Jüngere, die sich für das Bulldog-Hobby interessieren und in die Fußstapfen der Alten treten werden, versichert Metzung. Die Feierabend-Musikanten und die Waldfensterer Musikkapelle sorgten für den musikalischen Rahmen.