Die gesamte Ortschaft feiert vom 5. bis 7. Juli mit zwei Frankenbrunner Vereinen. Die Krieger- und Soldatenkameradschaft blickt auf ihr 90-jähriges Bestehen zurück. Außerdem werden 150 Jahre Blasmusiktradition in der Laibachgemeinde gefeiert. Seit Wochen arbeiten die beiden Vereine. Sie wollen ihren Gästen schöne Tage bieten. Dieses Ziel haben die beiden Vorsitzenden Andrea Koch vom Musikverein Frohsinn und Gerhard Heilmann von der Krieger- und Soldatenkameradschaft.

In alten Unterlagen der ehemaligen selbstständigen Gemeinde ist zu lesen, dass in den Jahren 1861/62 für Tanzbewilligungen an die damalige Gemeinde 36 Kreuzer an Taxen bezahlt wurden. Dieser Eintrag ist die erste urkundliche Erwähnung der Musikanten aus Frankenbrunn. Danach finden sich in den Unterlagen der Gemeinde laufend Aufzeichnungen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fanden sich einige Musiker unter der Leitung von Andreas Weigand wieder zusammen und setzten die musikalische Betätigung wieder fort. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war es Andreas Weigand, der abermals den Grundstein legte für einen Fortbestand, und das erstmals unter dem Namen Musikvereinigung "Frohsinn" Frankenbrunn.

Feuersbrunst zerstört Dokumente

1953 übernahm Hermann Sei fried die Leitung. Ein rabenschwarzer Tag für den Heimatort war der 8. Mai 1956, als eine Feuersbrunst in drei Stunden fünf Wohnhäuser und 13 Scheunen mit Nebengebäuden und zehn Stallungen vernichtete. Darunter war auch das Wohnhaus des Dirigenten Andreas Weigand, in dem fast alle Musikdokumente lagerten.

1961 gab es bei der Kapelle erstmals einheitliche Uniformen. Seit 1978 spielt eine Seniorenkapelle mit dem Dirigenten Hermann Seifried und erstmals auch eine Jugendkapelle. Hermann Seifried erzählte: "Wir hatten gute Zeiten, und die Jugend machte auch mit. Ich selbst habe 22 Jugendlichen das Musikspielen beigebracht."
Im Jahr 2002 gab es die ersehnte "Pro-Musica-Plakette" vom Bayerischen Staatsminister Hans Zehetmair. In dem Jahr wurde auch das Feuerwehrhaus mit Schulungsraum des Musikvereins eingeweiht. Während der Bauphase stellte Hermann Seifried seine Schreinerwerkstatt für die Proben zur Verfügung. Der Nordbayerische Musikbund verlieh dem Musikverein für mehr als 50 Jahre Musiktradition die "Goldene Medaille am weiß-blauen Bande".

Übergang ist geschafft

Egon Stürzenberger erzählte über sein Amt als Vorsitzender: "Ich ließ mich 2009 nochmals überreden. Man hängt an so einem Verein und will, dass die Musik im Ort weiterbesteht. Doch diese Übernahme des Vorsitzendenamtes soll nur ein Übergang sein." 2012 konnte mit Andrea Koch eine neue Vorsitzende gefunden werden. Sie erklärt: "Ich hatte schon einen flauen Magen. Aber bei der ersten Jahresversammlung ist dann eine große Last von mir gefallen. Wir sind ein Team, und es klappt gut. Unser Ziel ist, die Musik im Dorf zu erhalten." Hubert Fröhlich, ebenfalls aktiver Musik, betont: "Wenn ein Dorf keine Musik hat, ist es ein totes Dorf. Wir haben zwar junge Musikanten dabei, doch das Hauptaugenmerk muss der Nachwuchs bleiben."

Gerhard Heilmann ist Vorsitzender der KSK Frankenbrunn. Er blätterte in der Chronik: "Das Ziel der Vorfahren war bei der Gründung, damals noch unter dem Namen ,Veteranen- und Kriegerverein‘, die Unterstützung der Kriegsteilnehmer, der Verwundeten und deren Angehörigen. Doch bei allem stand die Kameradschaft im Vordergrund, und die wollen wir nach den nunmehr neun Jahrzehnten weiter pflegen."

In der Chronik geht es auch um die Vereinsfahne. Sie wurde bei allen Veranstaltungen mitgeführt. Die erste Fahne wurde bei einem Fest schon ein Jahr nach der Gründung an der St.-Michael-Kapelle eingeweiht. In den 30er Jahren, während der Zeit des Nationalsozialismus, mussten alle Kameradschaften aufgelöst werden. 1962 erinnerten sich die Kriegsteilnehmer und einige Frankenbrunner an diese Gemeinschaft und gründeten den Verein erneut. Auch jetzt hieß es, "die Andenken an die Opfer des Krieges bewahren und den Hinterbliebenen zu helfen". Mit dem Bau eines Denkmals an der St.-Bonifatius-Ortskirche 1966 wollte man an die Opfer der beiden Weltkriege erinnern. Es sollte auch eine Mahnung für die Arbeit an dauerhaftem Frieden sein. In die Jahre gekommen war die alte Fahne. Eine neue Fahne, die 1994 gefertigt und eingeweiht wurde, sollte nun die Kameradschaft in eine friedvolle Zukunft begleiten.

Um Schießsport ergänzt

"Eine Aufgabe, um die wir uns seit Jahren kümmern, ist die Sammlung von Spenden für den Unterhalt der Kriegsgräber. Auch das soll helfen, an die vielen Opfern zu erinnern und damit für einen dauerhaften Frieden zu sorgen", unterstrich schon vor zwei Jahren der jetzige Vorsitzende Gerhard Heilmann. Ein heutiger wesentlicher Bereich ist auch der Erhalt der Kameradschaft. Als Mitglied des Bayerischen Soldatenbundes (BSB) widmet sich der Verein dem Schießsport. "Das brachte uns auch einen großen Zuwachs im Mitgliederbereich, der mittlerweile über die Ortsgrenzen hinausgeht. Die Erfolge auf Bundes-, Landes- und Kreisebene zeigen ebenfalls, dass hier in der etwa 170 Mitglieder starken Kameradschaft hervorragend gearbeitet wird. Trotz dieser Erfolge bleibt der Nachwuchs unsere große Sorge", ergänzt Gerhard Heilmann.



Gemeinsames Festprogramm


Samstag, 5. Juli 18 Uhr Sternmarsch; 19.30 Uhr Bieranstich durch den Schirmherrn, Bürgermeister Gotthard Schlereth; 20 Uhr Festauftakt mit der Show- und Partyband Grumis.

Sonntag, 6. Juli 8.30 Uhr Kirchenparade, Festgottesdienst und Totenehrung, anschließend Frühschoppen mit den Hetzloser Musikanten; 10 Uhr Begrüßung durch den Schirmherrn; 11.30 Uhr Mittagstisch; 13.30 Uhr großer Festzug mit den Musikvereinen und Krieger- und Soldatenkameradschaften, anschließend Gemeinschaftschor mit den Musikvereinen; 19 Uhr Unterhaltungsmusik mit dem Musikverein Thulba-Reith.

Montag, 7. Juli 14 Uhr Seniorennachmittag, Diashow: "Wie's damals war"; 17 Uhr Kesselfleisch- und Haxenessen; 19 Uhr Festausklang mit dem Musikverein Oberthulba.