Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat das Offizieranwärter-Bataillon 2 in Hammelburg im Rahmen ihrer Sommerreise besucht. Mit einem Geburtstagsständchen für Pionier (OA) Herzer, der am 9. August 21 Jahre alt wurde, begann der offizielle Teil des Besuchs der Ministerin beim Offizieranwärter-Bataillon 2. Zuvor hatte sie sich bereits in das Goldene Buch der Stadt Hammelburg eingetragen.


Aktuelle Themen

Die Bundesministerin ging in ihrer Ansprache vor dem Plenum auf mehrere große Themenfelder ein, die aktuell die Politik und das Tagesgeschehen prägen: Sie referierte über die Annexion der Krim durch Russland und welche Auswirkungen das auf die Bündnisse der NATO und der EU hatte bzw. hat. Ein weiteres Thema war der "Islamische Staat". Dass die "Koalition gegen den Terror (...) damals den richtigen Weg gegangen ist", zeige sich gegenwärtig. Die Ausbildung und Ausrüstung der kurdischen Peschmerga war ein erster Schritt in die richtige Richtung. In Zukunft käme es nun darauf an, ein wirksames Mittel gegen die Ideologie zu finden und die Herzen und Köpfe der jungen Menschen zu gewinnen, die es zum IS hinzieht. Ursula von der Leyen ging anschließend auf die Anschläge von Paris, Brüssel und München und den derzeit viel diskutierten Einsatz der Bundeswehr im Inneren ein. Für den Fall, dass etwas passiere, müsse man "abgestimmt reagieren können", so die Ministerin. Ein Zusammenspiel mit Polizei und zivilen (Hilfs-)Organisationen müsse in der Zukunft geübt werden.


Viel Zeit für Fragen

Die Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter und auch die ausländischen Kadetten stehen noch am Beginn ihrer Laufbahn, immerhin hat die Ausbildung für sie erst Anfang Juli begonnen. Bald jedoch sind sie als zukünftige militärische Führungskräfte diejenigen, die Entscheidungen treffen sowie Untergebene motivieren und führen sollen. Für die Trendwende Personal "...brauchen wir sie!", so die Bundesministerin.
Nach einer guten halben Stunde Vortrag nahm sich die Verteidigungsministerin viel Zeit für die reichlichen Fragen aus dem Plenum. Dabei erläuterte sie unter anderem, welche Fähigkeiten, abgeleitet aus dem neuen Weißbuch, an den militärischen Führer gestellt werden. Dazu gehören beispielsweise Flexibilität und Adaptationsfähigkeit, aber auch gutes Führen.
Auch würde es in den nächsten Jahren darauf ankommen, viele Themenkomplexe gleichzeitig zu meistern. Die Bundesverteidigungsministerin meinte damit die Parallelität von Einsätzen, Landes- bzw. Bündnisverteidigung und auch der Einführung neuer Themenfelder wie das Cyber-Kommando.
Weitere Fragen wurden zum Konzept des Ausbildungsganges der sogenannten Seiteneinsteiger, zu neu definierten Aufträgen und Aufgaben der Bundeswehr im neuen Weißbuch sowie zur Einschätzung der Türkei als verlässlicher NATO-Partner gestellt. Die Frage nach einem möglichen Nachfolgemodell für das Gewehr G36 nahm die Ministerin hingegen mit einem Schmunzeln auf: "Wir werden Ihnen hier heute Abend keinen Nachfolger präsentieren können."
Zum Schluss überreichte der Bürgermeister der Stadt, Armin Warmuth, der Ministerin einen Jubiläumswein vom 1300-jährigen Stadtjubiläum. Susanne Rehwagen