Edgar Glück war voll des Lobes. "Unser Toni hat manches gerettet, wo andere Leute längst aufgegeben hätten", machte der Landwirt die Verdienste von Bischof deutlich.
Aus einem Fleckenteppich auf der Landkarte sind klare Strukturen geworden. Für Wartmannsroth war es ein Landtausch der Superlative. Rund sieben Jahre harte Arbeit stecken in dieser Aktion. Grund genug für die beteiligten Grundstückseigner, diesen Erfolg zu feiern und dem Vorsitzenden der Teilnehmer-Gemeinschaft, Anton Bischof, als "Vater des Landtausches" für dessen unermüdlichen Einsatz zu danken.
"Aus meinen 20 kleinen Flächen sind vier große mit durchschnittlich fünf Hektar Ackerland geworden, die ich nun zügiger bearbeiten kann", freute sich Landwirt Edgar Glück. Schon der vorhergehende Landtausch hätte diese Dimension haben müssen, weist Glück auf die 90er Jahre hin. "Dass es jetzt so gut klappte, hätte ich nie erwartet", ist er froh. Ausdrücklich lobte er die Leistung von Bischof. Auch Verpächter Thomas Kleinhenz brachte sich mit einigen kleinen Ackerflächen in die Aktion ein und meinte: "Ich habe es nicht bereut."
In seiner Rückschau betonte Bischof, Ziel sei nicht ein Nutzungstausch von landwirtschaftlichen Flächen, sondern ein freiwilliger Tausch von Grundstücken gewesen. "Dabei haben wir es geschafft, die Bewertungsaufrechnung der unterschiedlichen Bodenqualitäten außen vor zu lassen", erläuterte der Vorsitzende.

Erstes Konzept schon 2007

Ein erstes Konzept für den freiwilligen Landtausch gab es laut Bischof schon 2007. Doch erst im vergangenen Oktober fand der offizielle Anhörungstermin bei der Gemeinde Wartmannsroth statt. "Es lief ohne Flächenverlust und kostenfrei für die Teilnehmer ab", bedankte sich Bischof für die Unterstützung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und die damit verbundenen Förderungen, die den fünfstelligen Bereich deutlich überschritten.
Deshalb erhielt auch die ALE-Projektleitein Eva Kiesekamp einen kräftigen Applaus. "Schon beim ersten Termin 2007 gab es erfolgversprechende Verhandlungen", erinnerte sich Kiesekamp. Dennoch habe es seine Zeit gebraucht, begründete sie die siebenjährige Dauer. Allein die Vermessungsarbeiten und die katastertechnische Bearbeitung hätten bis 2012 gedauert. Kiesekamp dankte den beteiligten Jagdgenossen, dem Teilnehmerkreis und der Gemeinde Wartmannsroth für die gute Zusammenarbeit.
"Als frisch gebackener Bürgermeister konnte ich 2008 noch nicht ahnen, wie bedeutsam das Thema Feldwegebau für die Gemeinde in diesem Zusammenhang sein wird", ging Jürgen Karle auf die Sanierung und den Neubau von insgesamt 1,2 Kilometer Feldwegen ein. "Meine Hochachtung gilt Toni Bischof, dem Vater des Landtausches", dankte Karle.
Eine Chronik dieses Landtausches gab es von Emil Gehring, dem Projekt-Teamleiter der Landsiedlung des BBV (Bayerischer Bauernverband). Die Anzahl der neu geordneten Flurstücke auf 339 Hektar Tauschfläche gab er mit 746 an. Die durchschnittliche Flächengröße wuchs von 1,24 auf 2,75 Hektar.

"Bayernweit herausragend"

"Das ist ein bayernweit herausragendes Projekt", lobte Gehring. Er sprach von einem "harten Ringen" um den Tausch von Grünland und Ackerflächen, das einen Staatspreis verdient hätte. "Das wäre ohne das Vertrauen der Beteiligten zu Bischof nicht über die Bühne gegangen", war Gehring überzeugt. Auch das Vorranggebiet der Windkraft sei betroffen gewesen.
"Durch den freiwilligen Landtausch haben sich die Verhältnisse in der Flur verbessert", lobte Landwirtschaftsdirektor Stefan Fella vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) das Projekt. Von einer nachhaltigen Wertschöpfung in dem betroffenen Bereich sprach Georg Scheuring, BBV-Kreisgeschäftsführer: "Die Grundstücke sind wegen der besseren Bewirtschaftung jetzt im Wert gestiegen."