Autofahrer können sich auf längere Zeiten kostenfreien Parkens in der Stadt freuen, insgesamt 13 zusätzliche Stunden in der Woche. Bisher musste von Montag bis Freitag zwischen 8 und 19 Uhr gezahlt werden, künftig nur noch zwischen 9 und 18 Uhr.
Am Samstag schrumpft die gebührenpflichtige Zeit sogar noch etwas mehr. War bisher zwischen 8 und 14 Uhr ein Ticket zu lösen, so wird es bald nur noch von 9 bis 12 Uhr fällig.

3000 Euro für Umrüstung

Zum Thema "Semmeltaste", die für die Dauer einer kurzen Besorgung ein kostenloses Parken ermöglicht, wurden laut Sachgebietsleiter Peter Sell bei der zuständigen Parkscheinautomaten-Firma Erkundigungen eingeholt.Demnach würde die Umrüstung der sechs im Stadtgebiet stehenden Automaten insgesamt rund 3000 Euro kosten.
Der Mitarbeiter der Firma Bremicker habe ferner darauf hingewiesen, dass die "Semmeltaste" in verschiedenen Städten negativ beurteilt werde. "Zum einen werden durch Missbrauch sehr viele Parkscheine gezogen, die nicht verwendet werden", so Sell. Zudem könne es durch die vermehrte Zahl der Papierrollen im Automaten und ein Nichtabnehmen des Parkscheines zu einer Verstopfung des Ausgabeschlitzes kommen. Dies führe zu einer Störung des Automaten. "All diese Fälle sind auch in Bad Kissingen bereits passiert", informierte Sell. Hierdurch entstünden zusätzliche Kosten.

"Karenzzeit von zehn Minuten"

Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) sprach sich gegen eine "Semmeltaste" aus. Die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung ließen ohnehin eine Karenzzeit von zehn Minuten verstreichen, bevor ein Autofahrer ein Ticket ziehen müsse.
Auch zum Thema Parkgebühren per Handy-SMS zahlen hat Peter Sell sich gründlich informiert. Für die Einrichtung eines solchen Systems müsste die Stadt 1200 Euro investieren, eine entsprechende Beschilderung für die sechs Automaten würde mit weiteren 500 Euro zu Buche schlagen. Und für das Marketing, einschließlich Flyer, fielen nochmal 700 Euro an.
Hinzu kämen laufende Kosten wie eine Systempauschale und eine Transaktionsgebühr, jeden Monat unterm Strich rund 97 Euro. Dem stünden lediglich 312,50 Euro Einnahmen gegenüber, wenn fünf Prozent der Autofahrer per SMS zahlten, so Sell. In Bad Kissingen nutzten derzeit sechs Prozent diese Möglichkeit.

Mit neuen Ziffern überkleben

Der Sachgebietsleiter ist nicht grundsätzlich gegen diese Form des Zahlens, doch plädiert er für einen anderen Zeitpunkt. "Die Einführung sollte im Zusammenhang mit einer Parkgebührenerhöhung erfolgen. Die erforderlichen SMS-Parkkosten könnten dann bei der Erhöhung mit einkalkuliert werden", begründete Sell.
Mit großer Mehrheit und bei nur einer Gegenstimme beschloss der Stadtrat schließlich die Reduzierung der gebührenpflichtigen Parkzeiten und verzichtete gleichzeitig auf die Einführung einer "Semmeltaste" und des SMS-Zahlungssystems.
Mit der Umsetzung des Beschlusses könne der städtische Bauhof schon in den nächsten Tagen beginnen. "Wir werden hierfür keine neuen Schilder anfertigen, sondern die entsprechenden Ziffern mit neuen überkleben", erläuterte Peter Sell. So würden die Schilder dann Zug um Zug auf den neuesten Stand gebracht.