Viele Künstler haben das kulturelle Leben im Hammelburger Jubiläumsjahr schon bereichert. Am Sonntag, 2.Oktober, öffnet das Pfarrzentrum seine Türen für eine weitere Kunstausstellung: "Hammelburg: Häuser und landschaftliches Umfeld der alten Stadt" mit Bildern von Robert Reiter aus Untersiemau bei Coburg.

Der Maler ist kein Unbekannter in Hammelburg, hat er doch schon einmal hier ausgestellt: Im Sommer 2003, anlässlich des Jubiläums "700 Jahre Stadtrechte Hammelburg", hingen Reiters Kaltnadelradierungen in den Zellen des alten Gefängnisses. 13 Jahre später kehrt er an denselben Ort zurück und kann seine Werke nun im Saal des zum Pfarrzentrum umgebauten Gefängnisses aufhängen.

Reiter gefällt das Gebäude, die Umbaumaßnahme findet er sehr gelungen. Über seine Malerei sagt er: "Meine Art besonderen Wahrnehmens beginnt meist mit Zufußgehen auf alten, ehemaligen Fernwegen mit der Fotokamera, vor allem aber mit dem Skizzenblock. Der Satz des alten Adolph Menzel bestätigt sich mir dabei immer wieder neu: Nur was ich gezeichnet habe, habe ich wirklich gesehen."


Die Geschichte der Landschaft

Auf der Suche nach Motiven ist Reiter also wachen Auges und zu Fuß in Hammelburg unterwegs gewesen. Er hat Gassen und Winkel aufgesucht, hat Spuren früherer Zeit gefunden, hat Stimmungen der alten Stadt und ihrer Umgebung eingefangen.

Er interessiert sich für die Geschichte und die Geschichten, die ihm die Steine hier erzählen. Aber auch für die Landschaften rund um die 1300 Jahre alte Stadt. Im Rückblick solcher Wanderungen verdichten sich typische Landschaftsbilder und Reiter bannt sie auf Leinwand.

So kann auch der Betrachter Spuren und Formen vergangenen Lebens und Wirtschaftens entdecken. Reiters Bilder wollen Argumente sein für die Beachtung und Erhaltung geschichtlich gewachsener, ästhetischer Formenkultur. Die Hammelburger Bilderschau kann und will dem Betrachter einige Beispiele aus der eigenen Heimat anbieten, so der Maler. Während vor 13 Jahren in den Gefängniszellen schwarz-weiße Radierungen hingen, werden es diesmal farbige Bilder sein: Acryl auf Gewebe.

Diese sind vom 2. bis 30. Oktober zu sehen. Vernissage ist am Sonntag, 2. Oktober, um 11.30 Uhr im Saal des Pfarrzentrums.


Die Ausstellung ist an den Sonntagen, 2., 9., 16. und 30. Oktober, jeweils von 10 bis 10.30 Uhr und von 11.30 bis 12 Uhr geöffnet, an den Sonntagen, 2., 9., 16. und 23. Oktober, ist sie abends von 18.45 bis 19.30 Uhr zu sehen. Außerdem ist am Donnerstag, 6. Oktober, von 18 bis 19 Uhr geöffnet, sowie am Dienstag, 11. Oktober, von 18.30 bis 19.30 Uhr. Für Gruppen und Stadtführungen sind auf Anfrage separate Termine möglich (Pfarramt, Tel. 09732/ 2018). Informationen über den Maler sind unter www.robert-reiter.de und zu den Öffnungszeiten unter www.kath-kirche-hammelburg.de zu finden.

Robert Reiter wurde 1932 in Bratislava (Preßburg) geboren und hat an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert. Bis 1995 war er als Kunsterzieher an Coburger Gymnasien tätig. Wanderungen und Städtebesuche führten ihn in verschiedene Länder Europas. Unter anderem war er 1000 Kilometer auf dem Jakobsweg in Spanien unterwegs. Jährlich macht er mehrere Ausstellungen mit dem Schwerpunkt Landschaftsmalerei.