Der Musikverein Feuerthal blickt heuer nicht nur auf sein 50-jähriges Bestehen zurück, sondern wird mit dem Wechsel des Dirigenten der Feuerthaler Musikanten auch in eine noch unbestimmte Zukunft aufbrechen. Nach 15 Jahren hatte Dirigent Georg Schaller im Januar den Dirigentenstab an Christof Reuter (44) abgegeben.
Mit spürbarer Wehmut gab Schaller am Samstag bei der Hauptversammlung des Musikvereins seinen letzten Jahresbericht ab.

Er hätte gern ein aufregenderes Jahr zum Abschluss seiner Tätigkeit gehabt, "doch 2016 war mit nur drei Großauftritten ein mageres Jahr". Es gäbe eben immer weniger Feste. "Es war zu viel Luft zwischen den Auftritten", weshalb bei den Musikanten die Motivation für Proben gesunken sei. Doch habe er in allen Jahren "schöne Stunden und Momente erlebt", wofür er sich bei den Musikern bedankte. Seinem Nachfolger Christof Reuter versprach er, bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite zu stehen: "Ich bleibe ja hier und bin nicht aus der Welt."

Mit Geschenken vom Verein sowie der goldenen Ehrennadel des bayerischen Musikbundes für 40-jährige Musikertätigkeit und der silbernen Dirigentenehrennadel für die 15-jährige Leitung der Feuerthaler Musikanten bedankten sich Vereinsvorsitzender Hubert Schneider und der stellvertretende Musikbund-Kreisvorsitzende Mario Hugo bei Schaller. Mit der Ausweitung des Repertoires von böhmischer Blasmusik bis zu Joe Cocker habe er, so dankte ihn Vereinsvorsitzender Schneider, mit den Feuerthaler Musikanten "den Sprung ins internationale Showgeschäft geschafft".

Mit Nachfolger Christof Reuter werde sich das Repertoire der Musikanten sicher verändern, hatte der Vorsitzende zuvor in seinem Jahresbericht angedeutet. Der 44-jährige Gärtnermeister aus Westheim ist seit 2016 als Sänger und Frontmann bei den Feuerthaler Musikanten aktiv.

Doch nicht nur der Wechsel des Kapellmeisters, auch die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern habe ihm Sorgen bereitet, bekannte Schneider: "So ein Jahr habe ich noch nie gehabt - und ich bin schon 49 Jahre dabei." Probleme bereitet ihm zusätzlich der fehlende Nachwuchs. "Wir können immer nur von Jahr zu Jahr planen."


Doppeljubiläum im September

In diesem Jahr werde es am 9. und 10. September ein Doppeljubiläum im Dorf geben, kündigte Schneider an. Das 50-jährige Vereinsbestehen soll mit dem 40. Weinfest zusammengelegt werden. Durch Vermittlung von Vereinsmitglied Annika Kuchenbrod, der diesjährigen Hammelburger Weinprinzessin, erhofft sich der Vereinsvorstand heuer den Besuch der fränkischen Weinkönigin. Bis zum Jubiläumsfest soll auch der Dorfplatz fertiggestellt sein.


Kassier tritt zurück

Neue Sorgen bereitete dem Vorsitzenden sein Kassier Siegmar Schum. Obwohl 2016 erst im Amt bestätigt, gab Schum nach dem Kassenbericht seinen Rücktritt wegen Zeitmangel bekannt. "Bei der Wiederwahl fehlte mir damals der Mut, nein zu sagen." Schneider wollte diesen Rücktritt in der laufenden Amtsperiode nicht akzeptieren: "Darüber müssen wir noch einmal reden." Notfalls werde, so der Vorsitzende weiter, dieses Amt bis zur Neuwahl 2018 von einem Vorstandsmitglied kommissarisch wahrgenommen.

Ein großes Kompliment sprach Ortssprecher Jürgen Armbruster dem 105 Mitglieder starken Verein aus. "Mit Stolz und Freude könnt ihr auf ein halbes Jahrhundert zurückschauen." Das Vereinsjubiläum nannte er nicht nur "eine große Leistung", sondern zugleich "eine neue Herausforderung". Der Musikverein Feuerthal sei "ein lebender Ausdruck von Lebensfreude und eine gewichtige Stütze unseres Ortes".

Goldene Ehrennadel (40 Jahre aktives Musizieren) sowie silberne Dirigentenehrennadel (15 Jahre): Georg Schaller

Silberne Ehrennadel (20 Jahre aktives Musizieren): Celia Reuter

Bronzene Ehrennadel (zehn Jahre ( aktives Musizieren): Annika und Bianca Kuchenbrod sowie Laura Schmidt

Langjährige Mitgliedschaft
15 Jahre: Laura Schmidt und Christian Karges,
20 Jahre: Celia Reuter und Georg Schaller