Im Gleichnis von den anvertrauten Talenten überlässt ein Herr seinen Knechten Geld - Talente - auf das sie die Mittel durch ihr Geschick mehren. Die evangelische Gemeinde nimmt die Geschichte aus dem Evangelium zum Vorbild für eine Spendenaktion.

Jeder der wollte, konnte in einem Gottesdienst einen Umschlag mit zehn Euro Startkapital mitnehmen. Die Freiwilligen sollen mit ihren Talenten diesen Betrag steigern und dadurch zur Finanzierung des neuen Gemeindehauses beitragen.

Die ersten Spendengelder sind mittlerweile zurückgeflossen. Etwas mehr als 800 Euro hat die Gemeinde bisher eingesammelt. Die Internetseite der evangelischen Kirche www.evangelisch-in-hammelburg.de informiert über den Zwischenstand. Die einzelnen Beträge bewegen sich demnach zwischen 30 und 240 Euro. Die Aktion dauert aber noch an. "Im Pfarramt sind noch Umschläge, falls jemand noch mitmachen möchte", erklärt Pfarrer Robert Augustin.

Letzter Abgabetag und Schlussveranstaltung der Spendenaktion ist der Altjahresabendgottesdienst am 31. Dezember um 17 Uhr. Wer mitmacht, kann den erwirtschafteten Geldbetrag aber schon vorher im Pfarramt abgeben.

Beim Altjahresabendgottesdienst will der Pfarrer auch einige Projekte vorstellen. Denn die Möglichkeiten seine Talente auszuspielen sind vielfältig: Auf der Liste der bisher gemeldeten Projekte finden sich Vorträge, Kurse und der Verkauf von selbst gebastelten Artikeln.

So verkaufte zum Beispiel Anke Rodde beim Gemeindefest Postkarten, die sie selbst gerahmt hatte. Sie hat auf diese Weise 240 Euro gesammelt. Es soll eine Geste, ein kleiner Beitrag für das Gemeindehaus sein, sagt Rodde über die Aktion. "Man muss aus dem, was man kann, etwas machen", meint sie. Sie sieht den Anbau als wichtig für das Gemeindeleben an.

Das Gebäude soll direkt an der evangelischen Kirche entstehen. Damit bietet es auf kurzem Wege nach den Gottesdiensten Raum für Begegnungen. Noch wartet die Gemeinde nach Auskunft von Pfarrer Augustin allerdings auf die endgültige Baugenehmigung. Sobald diese vorliegt, können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Die Wunschvorstellung ist, dass die Auftragsvergabe über den Winter stattfindet, sodass der Bau im Frühjahr 2017 beginnen kann.

Der Neubau wird rund 780 000 Euro kosten. Die Landeskirche hat einen Zuschuss von 300 000 Euro zugesagt, die Stadt beteiligt sich mit 80 000 Euro. Den Rest muss die Kirchengemeinde unter anderem mit Hilfe von Rücklagen decken.