Auf rund 14,5 Kilometer Länge erstreckt sich das Kanalnetz für das Abwasser im Bereich der Gemarkung Wartmannsroth. Jetzt werden nacheinander alle 335 Schächte geöffnet, um ein "qualifiziertes Kanalkataster" für das gesamte Gemeindegebiet zu erstellen, so der einhellige Beschluss des Gemeinderates.


Mit Fördermitteln

Ein Sonderförder-Programm des Freistaates Bayern lockte, jetzt schon mit der Maßnahme zu beginnen. "Spätestens 2019 hätten wir es eh erledigen müssen, und zwar ohne Förderung", sagte Bürgermeister Jürgen Karle. Der weitere Vorteil eines frühen Beginns sei, dass jetzt noch Firmen für die Messarbeiten zur Verfügung stünden, bevor die allgemeine Nachfrage einsetze. Karle: "Denn so viele von diesen Spezialfirmen gibt es nicht." Langfristig würden die Kosten für das digitalfähige Kanalkataster in die Gebührenkalkulation einfließen, beantwortete Karle eine Nachfrage.
Gerät die Planung für den Schwärzelbacher Dorfplatz ins Wanken? Karle überraschte die Räte mit einer Hiobsbotschaft: "Vor zwei Wochen hatte ich ein Gespräch mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), bei dem die finanzielle Beteiligung dieses Amtes für die Sanierung der Schwärzelbacher Ortsdurchfahrt in Frage gestellt wurde."


Weitere Verhandlungen

Christian Kohlhepp wunderte sich: "Vor längerer Zeit gab es einen Ortstermin mit Anwohnern, dem ALE und dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt in der Ortsdurchfahrt. Da war kein Einwand zu hören. Warum jetzt die späte Absage?" Karle will mit den Ämtern im Gespräch bleiben, nachdem er jetzt Rückendeckung vom Gemeinderat erhielt.
Bei der Verwertung des Schwärzelbacher Dorfplatzes an der Linde im Sinne einer Bauplatzvariante folgten die Räte dem Vorschlag der ansässigen Teilnehmer-Gemeinschaft zur Dorferneuerung. Grundsätzlich seien die unmittelbaren Anwohner zu angemessenem Flächentausch bereit, stellte Zweiter Bürgermeister Roland Brönner fest. Marcus Scholz setzte sich ebenfalls für eine sinnvolle Begradigung der Dorfplatzfläche ein. Inklusive Erwerb und Abriss des ehemaligen Gaststättengebäudes, habe die Gemeinde schon über 90 000 Euro investiert, bestätigte Karle. Die Gesamtmaßnahme könne das Vierfache erreichen. Pünktlich vor dem Jahreswechsel konnten jetzt die Richtlinien für die Bezuschussung von Vereinen verabschiedet werden. Ein letztes Feintuning von Geschäftsleiter Daniel Görke fand die Zustimmung der Räte. Karle stieß beim Aktenstudium auf alte Gemeinderatssitzungs-Protokolle aus dem Jahre 1984: "Schon damals gab es das Thema und man wollte Grundsätze erarbeiten."


Förderung läuft aus

Dass öffentliche Gelder aus der Gemeindekasse nicht mehr so üppig sprudeln, ist dem Beschluss der Räte über das Auslaufen der Förderung für bauwillige junge Familien zu entnehmen. Ende dieses Jahres ist Schluss mit den Anträgen. Allerdings sollen laufende Bindungsfristen noch bedient werden. Ein Segen sind die Spenden für die Gemeinde Wartmannsroth. So zum Beispiel jene 3000 Euro des Altbürgermeisters Rudolf Winter, der davon 2900 Euro für ein neues Friedhofstor und 100 Euro für die örtliche Feuerwehr in Völkersleier vorsieht.
Weitere 200 Euro Spendengeld gibt es von Ratsmitglied Marcus Scholz aus Schwärzelbach für den neuen Brennerweg. Zustimmung erhielt die Änderung der Planung für das Baugebiet Bornhecke II (Völkersleier) aus dem Jahre 1999. Ursprünglich war dort ein Verkehrskreisel eingeplant, dessen Bau jetzt abgelehnt wurde.