In ungewohnter, wenn auch idyllischer Umgebung veranstaltete die Stadtkapelle ihr Gartenfest. Sonst im bäumebeschatteten Garten des Musikerheims zuhause, mussten die Musici heuer wegen des Brückenneubaus auf die nahe gelegene Museumsinsel ausweichen, was dem Besuch und dem Flair jedoch keinen Abbruch tat.


Potenzial ist da

Ein Hauptaugenmerk richtete das musikalische Aushängeschild Hammelburgs heuer auf den "Tag der Jugend", bei dem der Nachwuchs zeigen konnte, was er "draufhat". "Aktuell verfügen wir über ein Dutzend Kinder in der musikalischen Früherziehung, etwa zehn Mädchen und Buben in der Blockflötenausbildung und 14 Schüler im Mini-Jugend-Orchester", informieren Dirigent Jürgen Kunkel und die Vorsitzende, seine Frau Martina.
"In der Ausbildung sind circa 15 Mädchen und Jungen, die ein Instrument spielen, aber noch nicht in ein Ensemble eingegliedert sind", fährt er fort. "Wir verfügen durchaus über Potenzial, aber es ist geschmolzen", merkt Martina Kunkel an, die demografische Aspekte und Bläserklassen in den Schulen als Gründe vermutet, und auf baldigen "Jugendaufschwung in der Stadtkapelle" hofft.


Neue Kurse starten im Herbst

Unter dem Motto "Wir machen Musik, mach mit", laufen im September neue Kurse an. Zum Beispiel in der musikalischen Früherziehung, die Musik mit Bewegung und Tanz fördert und Rhythmus und Klanggefühl sowie frühe, musikalische Instrumentalerfahrung unter Fittichen von Rhythmik-Pädagogin Dr. Birgit Kessler vermittelt.
Die Verantwortlichen hoffen, auch die Bläserklassen im Frühherbst wieder neu installieren zu können. Hier sind - von der Querflöte bis zur Trompete und von der Klarinette bis zur Tuba - elf verschiedene Instrumente erlernbar. Informationen geben Bläserklassenleiter Jürgen Kunkel, der unter Tel.: 09732/ 768 322 zu erreichen ist, und Dr. Birgit Kessler (Tel.: 09732/ 7277).
Diejenigen, die in jungen Jahren kein Instrument erlernten und trotzdem gerne Musik machen, finden sich in der vor gut drei Jahren gegründeten Erwachsenen-Bläserklasse "Luftikus". "Diese Klasse entwickelt sich sehr gut und spielt zum Beispiel in der Kirchenmusik mit. Die Mitglieder wollen wir sukzessive in die verschiedenen Ensembles einbauen", erklärt der Dirigent.
Natürlich sind da noch die "Großen" und das Sinfonie-Orchester, die böhmische Besetzung und das Saxophon-Quartett, die den guten Ruf der heimischen Musiker hochhalten und im Jahresablauf zu hören waren oder noch zu hören sind, zum Beispiel beim Herbstkonzert am 5. November, beim Weihnachtskonzert am 3. Advent und in Euerdorf, zur 1300-Jahr-Feier am 18. September.
Zum Gartenfest spielten auch der Musikverein Oberthulba beim Blasmusik-Open-Air und das Unterfränkische Seniorenblasorchester des Nordbayerischen Musikbunds auf. Neben hübschen Tombola-Preisen, die es zu gewinnen gab, sorgten die Veranstalter auch für die jungen Gäste mit Kinderschminken und einem Saftmobil. Und selbstredend gab es die Möglichkeit des Public Viewings für Fußball-Fans.
Nach Fertigstellung der neuen Saalebrücke wollen die Musiker mit ihrem Gartenfest allerdings wieder auf das eigene Terrain. "Das Ambiente auf der Museumsinsel wissen wir zwar zu schätzen, die Wege sind aber für uns am Musikerheim kürzer, was die Arbeit erleichtert", begründet Kunkel.