Die Freiwillige Feuerwehr Obereschenbach feiert am Wochenende ihr 140-jähriges Bestehen. "Eigentlich hätten wir schon im vergangenen Jahr unser Jubiläum feiern können", weist der ehemalige Kommandant (1998 bis Januar 2016) Benno Zellhan auf das Gründungsjahr 1875 für die heimische Wehr hin. Er engagiert sich derzeitig als organisatorischer Unterstützer der Feier.
Gefeiert werde auch das 40-Jährige der Jugend-Feuerwehr, die auf ihr mittlerweile 41-jähriges Bestehen (seit 1975) zurückblicke. Der Grund für das Verschieben der Feier sei das Mühlenfest im vergangenen Jahr gewesen, das Zellhan nicht ohne die Hilfe seiner Feuerwehr-Kameraden hätte durchführen können. Das Mühlenfest gebe es traditionell alle zwei Jahre, so Zellhan. Eine Terminverschiebung sei nicht möglich, und eine Doppelbelastung seiner Kameraden durch zwei Feste wäre nicht zumutbar gewesen.
Der Feuerwehr-Verein zähle momentan 118 Mitglieder, bestätigt Vorsitzender Martin Hofmann. "Wir unternehmen viel mit der Jugend und nehmen auch Veranstaltungstermine wahr, die bei uns nicht angeboten werden können", sagt Hofmann. Alle zwei Jahre gebe es einen großen Ausflug, das habe sich so eingebürgert. Zum Beispiel fahre der Bus zum Salzbergwerk nach Merkers (Thüringen), zur Floßfahrt nach Lichtenfels oder zum Bierwanderweg nach Oberfranken. Darüber hinaus gebe es im Ort jederzeit eine gute Zusammenarbeit mit den ansässigen Vereinen bei deren Veranstaltungen, was auf ein "gesundes Vereinsleben" in Obereschenbach schließen lasse.
Zurzeit hat die Wehr Obereschenbach 35 Aktive, darunter drei Frauen. Die Jugend-Feuerwehr weist acht heranwachsende Nachwuchskräfte aus. Die geburtsschwachen Jahrgänge schlagen nämlich noch nicht durch. "Insgesamt haben wir eine recht stabile Lage für unser Dorf", bestätigt Zellhan und blättert in der Chronik.
Nein, zum spektakulären Brandeinsatz in der Kess-Mühle im vergangenen Jahr sei die Obereschenbacher Wehr nicht angefordert worden. "Aber wir standen schon in den Startlöchern", so Zellhan, der damals noch aktiver Kommandant war. In den zurückliegenden Jahren sei die Obereschenbacher Wehr zu etlichen Brandeinsätzen im Dorf und in der Umgebung ausgerückt. "Wir sind gut aufgestellt", bestätigt Zellhan.


Alter Helm noch da

Ganz vorn in der Chronik ist noch die Gründungsurkunde in Kopie zu sehen. Es waren kaiserliche Zeiten. Die Handschrift ist für heutige Betrachter schwer zu entziffern, weil sie in Sütterlin geschrieben ist. Umso mehr beeindruckt ein altes Schwarzweiß-Foto von einer Feuerwehr-Übung aus dem Jahr 1901, auf dem der damalige Bürgermeister Gregor Löser, Kommandant Michael Müller, Adjutant Josef Löser und Zugführer Adolf Reuter zu sehen sind. Der alte Pumpenwagen existiere leider nicht mehr, bedauert Zellhan. Aber einen alten Helm aus jener Zeit kann er noch präsentieren. Längst verschwunden ist die Fahne aus der Gründungszeit. Die aktuelle Fahne der Obereschenbacher Floriansjünger stammt aus dem Jahr 1985. Fahnenpatin ist Claudia Hofmann, die Mutter des Vorsitzenden.
In der Chroniksammlung sind auch Fotos vom Bau des Feuerwehrgerätehauses aus dem Jahr 1954 zu sehen. Festzüge, Ehrendamen, ehemalige Bürgermeister und viele Mannschaftsbilder der Kameraden zeugen auf den Bildern von der Präsenz der Obereschenbacher Wehr über viele Jahrzehnte, besonders nach Ende des Zweiten Weltkrieges. "In den 1970er-Jahren bin ich mit meiner damaligen Generation Jugendlicher dazugekommen", erinnert sich Zellhan.
Das "neue" Feuerwehrauto wurde 1983 geweiht und wartet mittlerweile als Oldtimer längst auf ein Nachfolgefahrzeug. Zellhan: "Ob es in den nächsten Jahren noch ausreichend Ersatzteile für den VW-LT gibt, ist ungewiss." Allerdings werde ein modernes Fahrzeug nicht mehr in das Gerätehaus passen, was einen Umbau nach sich ziehen werde. Zumal das Dach des Gebäudes eh sanierungsbedürftig sei, so Zellhan.
Fotos von alten Übungen rufen Erinnerungen wach. Zur Übung am Samstag seien alle elf Wehren der Stadt Hammelburg eingeladen, so Zellhan. Ganz in der Nähe des Feuerwehrhauses werde diese Übung stattfinden. Zum Einsatz kämen dann sowohl die Atemschutzträger großer Wehren als auch kleinere Wehren mit geringerer Ausrüstung. "Mehr wird jetzt noch nicht verraten", sagt Zellhan. Aber so viel ist klar: "Nach Übungsende und anschließender Lagebesprechung gibt es ein gemütliches Zusammensein mit den Kameraden."

Termine
Samstag, 18. Juni

Sammelübung um 17.30 Uhr im Ort.
Ab 20 Uhr Rockmusik mit der Bamberger Live-Band "Adrenalize" in der Eschenbachhalle.

Sonntag, 19. Juni
Totenehrung auf dem Friedhof um 8.15 Uhr, anschließend Kirchenparade um 8.45 Uhr und Festgottesdienst in der Dorfkirche.
Ab 10 Uhr Frühschoppen, dann Mittagessen (ab 11.30 Uhr) und Feier.
Die Ehrung langjähriger Mitglieder ist auf den Nachmittag um 16.30 Uhr verschoben worden. Der geplante Wettbewerb "Fireplay" der Jugend-Feuerwehr entfällt.
Ab 18 Uhr spielen die Hopfenbläser hgs