Wie lange es schon das Theater in Wartmannsroth gibt, das können sogar die Alteingesessenen nicht genau sagen. Die meisten Schätzungen sprechen von etwa vier Jahrzehnten. Traditionell überbrücken diese Theatervorstellungen im Feuerwehrhaus den Jahreswechsel für Wartmannsroth. Am zweiten Weihnachtsfeiertag und am 28. Dezember fanden die ersten beiden Aufführungen statt. Die letzte liegt dann im neuen Jahr und ist für den 4. Januar angesetzt.

"Vor meiner ersten Vorstellung war ich schon ein wenig aufgeregt", bekennt Christoph Müller. Er ist einer von den vier Neuen in der Jugendgruppe des Theaters. "Das Lampenfieber war aber schnell vorbei, als ich auf der Bühne stand", verrät die ebenfalls neue Mitspielerin Alina Diemer. Das kann der weitere Neue, Fabian Fink, nur bestätigen. "Seit Anfang November habe ich an den Proben gerne teilgenommen und stehe heute das erste Mal auf der Bühne", bestätigt Sabine Müller bei der Premiere.

Zusammen mit Dominik Müller, Anna-Lisa Reith, Sabrina Roth und Maike Breitschopf erfreuten sie den nahezu vollen Saal mit ihrem Stück "Bauer sucht Sau", das mit der Aktion "Bauer sucht Frau" zu kollidieren droht.
Seit November sei die Bühne im Feuerwehrhaus wieder aufgebaut, verrät Moderator Andreas Tröger. Was ihn ganz besonders freut, das sind die neuen Darsteller aus dem Jugendtheater. "So ist unser Nachwuchs gesichert", freut er sich. Allerdings seien die Erwachsenenspieler zahlenmäßig auf dem Rückmarsch, wirbt Tröger um Nachschub in dieser Abteilung. Über entsprechende Meldungen würde sich die Vorsitzende Gabi Reinhart sehr freuen. Sie führte sowohl bei der Jugend als auch bei den Erwachsenen die Regie.


Auch lokale Bezüge

"Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit vom täglichen Leben in Wartmannsroth sind rein zufällig", betont Tröger. Dennoch gibt es im Erwachsenenstück "Im Pfarrhaus geht's rund" so einige Foren für lokale Bezüge. Etwa wenn von einem "Mörtl" die Rede ist. Ja, man kennt diesen Spitznamen, und das Publikum fühlt sich sogleich wie in einer Großfamilie. Bekannt ist auch jener Sanierungsbetrieb für altehrwürdiges Gemäuer.

Wenn auch das ehemalige Pfarrhaus von Wartmannsroth längst zum Rathaus wurde, so hängen viele Erinnerungen an jener Zeit, als es für diesen Ort noch einen eigenen Pfarrer gab. Nicht neu sind auch jene Sorgen, wie genügend Spendengeld für die Sanierung des maroden Glockenstuhls aufgetrieben werden kann. Kofferaktionen mit und ohne Geldinhalt sorgen für Spannung. "Die Knete soll sprudeln", wünscht sich der Pfarrer (gespielt von Karl Hagemann) angesichts dessen Sorge um die Glocken.


Spiel mit Herzblut

Reines Theaterblut präsentiert des Pfarrers Köchin Maria (Ursula Zeitz-Hagemann). Nicht nur stimmgewaltig, sondern auch gestenreich und mit gekonnter Mimik dominiert sie notfalls von höherer Warte auf einem Stuhl die Szenerie. Nicht jeder Diakon ist ein echter Geistlicher in diesem Theaterstück, und so ist dessen Liebesbeziehung auch kein Bruch des Zölibats. In weiteren Rollen spielten Marcus Stiller, Nicole Iten, Marco Richter, Jochen Reith, Gabi Reinhart und Vanessa Reinhart. Vanessa Schmitt soufflierte. Für die Maske sorgten Michaela Reinhart und Johanna Koberstein. Winfried Reinhart und Alexander Tröger waren für die Technik verantwortlich.