Ganz unterschiedliche Ergebnisse haben die in Hammelburg für das Fahrrad-Regionalturnier auf nordbayerischer Ebene qualifizierten Mädchen und Jungen erzielt. Am besten schnitten bei der im mittelfränkischen Heilsbronn ausgetragenen nordbayerischen Endausscheidung im Wettbewerb "Mit Sicherheit ans Ziel" Marie Muth und Tim Augsburg ab. Sie belegten mit fehlerfreien Durchgängen Platz eins und zwei in ihren Altersklassen.
Die Hohenzollernhalle in Heilsbronn bei Ansbach war erneut Schauplatz des Regionalturniers auf nordbayerischer Ebene.

Der glatte Parkettboden in der riesigen Halle wurde schon so manchem Teilnehmer zum Verhängnis, zumal er keine großen Schräglagen verzeiht. Das mussten auch zwei der sechs Hammelburger Starter in Erfahrung bringen. Der in der Altersklasse I (AK I) der acht- und neunjährigen Jungen gestartete Tim Ebert (Westheim) ging als erster zu Boden. Im Kreisel rutschte ihm das Fahrrad weg, was ihm sechs Fehlerpunkte einbrachte. Weitere acht Fehler kassierte Tim in der liegenden Acht. In der nur 50 Zentimeter breiten Kreisbahn fielen acht Klötzchen, was in der Addition 14 Fehlerpunkte und Platz elf bedeutete.

Julia Schwaderer (Feuerthal) war wie Tim erstmals bei einem Regionalturnier präsent. In Hammelburg hatte sie in AK I die Mädchenwertung gewonnen. Eine kleine Unsicherheit auf dem Spurbrett brachte ihr drei Fehlerpunkte ein. Weitere drei Fehler kassierte sie im Kreisel und deren vier im Achter summierten sich zu zehn Fehlerpunkten, was dem Mädchen Platz fünf bescherte.


Erfolgsdruck lastete schwer

Reichlich Druck lastete auf Tina Sell (Wittershausen). Im Vorjahr hatte sie sowohl in Hammelburg als auch in Heilsbronn in Altersklasse II (Zehn- und Elfjährige) gewonnen und sich für den Bundesendlauf in Dresden qualifiziert. Die Zehnjährige startete gut, absolvierte die ersten Aufgaben bravourös. Doch im Achter dann das große Malheur: Eines der Klötzchen fiel ihr vors Vorderrad, ein Sturz war die Folge. Bei Tina war nun der Faden gerissen. Sie beging auch am Schrägbrett und beim Zielbremsen Fehler und hatte am Ende 16 Fehlerpunkte auf dem Konto. Wegen des unpopulären zehnten Platzes flossen dann auch ein paar Tränchen.

Mit Spannung erwartete die vom Verkehrswacht-Vorsitzenden Karlheinz Franz angeführte Delegation am Ende die Starts von Annika Sell (Wittershausen), Marie Muth (Katzenbach) und Tim Augsburg (Hammelburg) - allesamt in Altersklasse III (Zwölf- bis 15-Jährige) vertreten. Als erstes war Annika an der Reihe. Ruhig und besonnen meisterte sie die ersten Parcoursaufgaben. Im Achter verfehlte sie die Ideallinie dann um wenige Zentimeter, was ihr sechs Fehlerpunkte und Platz fünf einbrachte.


Nervosität legte sich schnell

Marie war als letzte der AK III-Mädchengruppe an der Reihe und reichlich nervös. Doch mit dem Startsignal war alle Unsicherheit wie weggeblasen. Souverän spulte die Dreizehnjährige ihr Programm herunter und holte sich fehlerfrei sowie mit der zweitschnellsten Fahrzeit den Sieg. Für Marie bedeutet dies, dass sie sich für die Teilnahme am Bundesendlauf qualifiziert hat, der vom 17. bis 20. November in Münster stattfinden wird. Marie war bereits im Vorjahr Teilnehmerin bei dieser bundesdeutschen Endausscheidung. "Ich hätte heute niemals mit einem Sieg gerechnet. Ich bin überglücklich." Die Zeit bis Münster wird Marie jetzt dazu nutzen, sich akribisch in Theorie und Praxis auf die Deutsche Meisterschaft vorzubereiten. "Mein Ziel ist es, besser als im Vorjahr abzuschneiden."


Tim blieb ebenfalls fehlerfrei

So wie schon in den Altersklassen zuvor purzelten auch bei den großen Jungs in AK III wieder munter die Klötzchen. Nicht so bei Tim Augsburg. Der 14-jährige Hammelburger, als Drittletzter des Turniers am Start, ging voll konzentriert in den Wettbewerb. Anfahren fehlerfrei, ebenso Spurbrett, Kreisel und Achter. Als Spurwechsel und Schrägbrett ohne Fehl und Tadel geschafft waren, keimte erneut die Hoffnung auf ein weiteres Spitzenergebnis auf.

Tim meisterte schließlich noch Slalom und Zielbremsung perfekt und kam mit seinem fehlerfreien Umlauf auf Platz zwei. "Ich bin absolut happy mit diesem Ergebnis. Erst hatte ich mich verhört und an eine viel schlechtere Zeit geglaubt." Der Wertungsmodus sieht vor, dass jeweils die Erstplatzierten Mädchen und Jungen der drei Altersklassen die Fahrkarte zur Deutschen Meisterschaft erhalten. Dass Tim als Zweiter nicht dazu gehörte, war für ihn keine Enttäuschung. "Ich bin heute gut und fehlerfrei gefahren, das zählt."


Auffällig hohe Fehlerquote

Insgesamt hatten 61 Mädchen und Jungen den Wettbewerb in Heilsbronn absolviert. Auffällig war nach Beurteilung von Karlheinz Franz die insgesamt hohe Fehlerquote. "Jedes fehlerfreie Ergebnis zählt deswegen umso mehr." Für den Verkehrswacht-Vorsitzenden ist kaum nachvollziehbar, dass der ADAC als Ausrichter des Wettbewerbs nicht längst alternative Aufgaben vorgibt. "Gerade der mit Holzklötzchen markierte Achter ist extrem unfallträchtig. Immer wieder kommt es zu Stürzen." Hier sieht Franz dringenden Handlungsbedarf.

Wichtig ist für ihn, dass sich alle Mädchen und Jungen weiter spielerisch für ihre Verkehrssicherheit engagieren. "Hier müssen sich auch die Eltern und Schulen mehr in die Pflicht nehmen lassen." Zumal das Fahrrad für die Altersgruppe der Acht- bis 15-Jährigen das wichtigste Fortbewegungsmittel ist.


Neuer Anlauf im nächsten Jahr

Alle Hammelburger Starter, die es diesmal nicht aufs Podest respektive zur Deutschen Meisterschaft geschafft haben, wollen im kommenden Jahr einen neuen Versuch wagen.