Schulverpflegungs-Coach Iris Burger ist mit der Qualität des Mensaessens im Hammelburger Gymnasium sehr zufrieden. Die Anmerkungen der Diätassistentin und Fachberaterin für Essstörungen wurden von der Kantine sofort umgesetzt: Nun gibt es mehr Vollkornprodukte, frisches Obst und abwechslungsreiche Snacks.

Um dem verlockenden Angebot an Fast Food in der Schulumgebung etwas entgegenzusetzen, verstärkte die Mensa das Angebot an Wraps und Suppen. "Die Wraps sind der Renner", berichtet Nicole Kossorz, Leiterin der Mensa.

Das Frobenius-Gymnasium nimmt im laufenden Schuljahr an dem Modellprojekt "Coaching in der Schulverpflegung" teil. Ein externer Schulverpflegungs-Coach leitet das Essensgremium, ein Team aus Lehrern, Schülern, Eltern und Kantinenpersonal. Gemeinsam soll die Mittagsverpflegung verbessert werden.

In Bayern gibt es dieses Coaching-Projekt seit fünf Jahren. In Unterfranken beteiligen sich zurzeit vier Schulen. Helmut Schreiner, Leiter des Frobenius-Gymnasiums hatte sich mit seiner Schule dafür beworben. Verpflegungsbeauftragter und damit erster Ansprechpartner an der Schule ist Manuel Potschka.

Nach der Bestandsaufnahme ist die Schule jetzt dabei, die Verbesserungsvorschläge umzusetzen. Für rund 30 Essen geplant, kommt die Kantine mit nun 80 bis 100 Essen pro Tag räumlich an ihre Grenzen. Daher geht es nun um die strukturelle Verbesserung in und um den Speisesaal.

Die Schüler kritisieren die kahle und kühle Atmosphäre der Mensa. Außerdem fühlen sie sich beobachtet, da drei Seiten der Mensa verglast sind. Auch der Lärmpegel ist sehr hoch. Die Beteiligten nehmen nun aber auch den Vorraum unter die Lupe: Es geht um die Unterbringung der Büchertaschen während der Mittagspause. Regale an den Gangseiten könnten Abhilfe schaffen.

Auch weitere Tische, Stühle sowie gemütliche und pflegeleichte Sitzgelegenheiten stehen auf der Wunschliste. Den Schülern schweben Sofas mit niedrigen Tischchen und Sitzhocker an Thekentischen vor der Mensa vor. "Wichtig ist, dass man sich wohlfühlt und dass wir variabel bleiben. Hohe Thekentische können als Raumteiler dienen", meint Schülerin Anna Seufert. Lehrerin Heike Bonsack sammelt im Kunstunterricht bereits Ideen für die neue Farbgestaltung.

Schüler entscheiden über Namen

Rektor Schreiner muss das Engagement aber etwas dämpfen: "Wir haben pro Jahr nur 11 000 Euro für die gesamte Schule im Etat. Es geht jetzt um kleine Veränderungen mit großer Wirkung, die unabhängig von der in den nächsten Jahren geplanten Komplettsanierung der Schule vorgeschaltet sind."

Organisator Manuel Potschka freut sich über die gute Zusammenarbeit im Essensgremium: "Es sind schon super Ideen dabei herausgekommen." Auch die Erinnerungsdurchsagen in der Pause und die Werbetafeln mit Fotos der Speisen zeigen ihre positive Wirkung. Tutoren begleiten die fünfte Jahrgangsstufe anfangs in die Mensa. Beim Namenswettbewerb für die Mensa entschied sich die Mehrheit der Schüler für "Frobistüble".

So wie es am Frobenius-Gymnasium läuft, stellt sich die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Unterfranken den Erfolg des Projekts vor. "Die vorangegangenen Modellphasen haben bereits gezeigt, dass die gemeinsam entwickelten Ideen in engagierten Schulen rasch und erfolgreich in die Tat umgesetzt werden", erklärt Marion Begerau von der regionalen Vernetzungsstelle Schulverpflegung im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, an dem das Projekt angesiedelt ist.

Es tut sich was. Erwachsene und Schüler ziehen an einem Strang, damit alle ihre Schule gerne besuchen - auch in der Mittagspause.