Julia Erlwein, Logopädin und selbst Mutter zweier kleiner Kinder, informierte interessierte Eltern im Teil II über Wissenswertes rund um die Sprachentwicklung der Drei- bis Sechsjährigen. Constanze Halbig, angehende Logopädin, gab Auskunft über therapiebedürftige Krankheitsbilder im Bezug auf die Sprache, wie beispielsweise das Stottern und dessen Ursachen, Merkmale und Behandlungsmöglichkeiten.
Öfter anzutreffen im Kleinkindalter sind auch Unflüssigkeiten im Sprechen, die altersbedingt im Gegensatz zum Stottern sich von selbst wieder geben und maximal ein halbes Jahr andauern können. Julia Erlwein referierte als Schwerpunkt über die phonologische Bewusstheit, die sich im Laufe der Lebensjahre aufbaut und von Relevanz für die Vorschulkinder ist. Ein Dreijähriger befindet sich im zweiten Fragealter, der Wortschatz wächst stetig weiter und auch schwierige Laute sind Bestandteil einer gesunden Sprachentwicklung.
Mit vier Jahren sollten die Kinder Farben beherrschen und Füllwörter verwenden. Außerdem ist die Bildung komplexer Sätze sowie die Beherrschung der Laute der Muttersprache altersgemäß. Vorschulkinder sollten Geschichten nacherzählen können. Die Grammatik wird in dieser Altersstufe entsprechend schon beherrscht und alle Laute korrekt gebildet. Außerdem sollte ein Sechsjähriger in der Lage sein, Gedankengänge variiert auszudrücken.
Auditive Merkfähigkeit sei wichtig für die phonologische Bewusstheit, so Erlwein. Die Bildung von Reimen mit Bildmaterial, Silbenklatschen und Lautezählen könne man im Vorschulalter täglich 10 bis 15 Minuten trainieren, um der Lese-Rechtschreibschwäche vorzubeugen und eine gesunde Sprachentwicklung zu fördern.
Am Ende des Informationsabends wurden den Eltern Spiele vorgestellt, mit denen die phonologische Bewusstheit mit den Kindern spielerisch im Alltag trainiert werden könne.